Robert Schneider

Kristus

Das unerhörte Leben des Jan Beukels. Roman
Cover: Kristus
Aufbau Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783351030131
Gebunden, 608 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Die Zeit scheint aus den Fugen im 16. Jahrhundert: Der Erde droht ein Kometeneinschlag, Seuchen wüten, und Luther predigt wider den Papst. In jenen unruhigen Tagen strömen beherzte Menschen hoffnungsfroh in die kleine Stadt Münster, denn dort verwirklichen die Wiedertäufer den Gottesstaat. Ihr prophetischer König ist Jan Beukels aus Leyden. Dies ist die Geschichte des Jan Beukels, der mit acht Jahren seinen Schulmeister mit dem Wunsch empört, "Kristus" werden zu wollen, der sich mit 25 zum König der Wiedertäufer krönen lässt und dessen Leben mit 27 erbärmlich in einem Eisenkäfig am Lamberti-Kirchturm endet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.01.2005

Rezensentin Kristina Maidt-Zinke ist genervt: nicht nur von diesem Buch, einem "sprachlich etwas angestrengt altertümelnden Historien-Trivialroman mit ausgeprägter Tendenz zum Predigerton", sondern auch von der Literaturkritik der frühen Neunziger Jahre, der überhaupt erst zu verdanken ist, dass seit "Schlafes Bruder" Robert Schneiders Bücher literaturkritisch seziert (und, vom dem Debüt einmal abgesehen, auch regelmäßig verrissen) werden: "Dass sich von jenem Erstling damals auch besonnene Kollegen betören ließen, ist dem Vorarlberger zum Verhängnis geworden, denn er neigt seither zur Überschätzung seines schriftstellerischen Rangs". Allzu eindrucksvoll sei sein neues Buch jedenfalls nicht, selbst wenn man es mit dem "Unterschied zwischen Kunst und Kitsch" nicht allzu genau nehme, urteilt Maidt-Zinke. Über die Motivationen seines Protagonisten, des grausamen fundamentalistischen Reformators Jan Beukels alias Jan van Leyden erfährt man wenig, dafür gibt es reichlich "Messianisch-Prophetisches" a la Paulo Coelho. Dazu kommen erzählerische Schwächen: "Innerseelische Vorgänge, geistige Wandlungen oder Entwicklungsprozesse bleiben ausgespart, weil der Verfasser vollauf damit beschäftigt ist, Versatzstücke aus spätmittelalterlichen Requisitenkammern zu einer Kulissenwelt des frühen sechzehnten Jahrhunderts zusammenzubauen".
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