Herausgegeben von Kurt Bartsch und Verena Holler. Mit Beiträgen von Ernst Grohotolsky, Günther A. Höfler, Dieter Stolz und Lothar Köhn. Robert Menasse ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Romanciers und Essayisten. Der mehrfach ausgezeichnete Wiener Autor verstand es, sich mit seinen vielstimmigen, kontroversiell diskutierten Romanen - Sinnliche Gewißheit, Selige Zeiten, brüchige Welt, Schubumkehr und Die Vertreibung aus der Hölle - geradewegs im Zentrum des literarischen Feldes zu positionieren. Der DOSSIER-Band zeichnet den Werdegang des 1954 geborenen Autors nach und legt erstmals eine umfassende Bibliographie vor. Mehrere wissenschaftliche Beiträge beleuchten unterschiedlichste literarästhetische und philosophische Aspekte von Menasses facettenreichem Werk. Einblick in die öffentliche Rezeption der Romane und Essays bieten ein Rezensionenspiegel und eine Preisrede Robert Schindels.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2005
Der Autor Robert Menasse, so Paul Jandl in seiner Rezension dieses Dossiers, ist ohne Hegel nicht zu verstehen: als ironische Version Hegels, dessen Totalitätsbegriff Menasses "Rückentwicklungsromane" als Veranstaltung einer umfassenden Degeneration begreiflich macht. In einzelnen Aufsätzen geht es aber auch um das Verhältnis Menasses zum frühen Georg Lukacs, aber natürlich auch zu Österreich. Die literaturwissenschaftlichen Texte sind um ein Interview mit dem Autor und den gesammelten Rezensionen zu seinen Veröffentlichungen ergänzt. Nicht weiter schlimm findet es Jandl dabei, dass es gelegentlich etwas feierlich zugeht, noch dazu bei keinem mehr als bei Menasse selbst, der von sich und seinem Werk die höchste Meinung hat.
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