Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence. Als Elitestudent, überzeugter Kommunist, MI6-Agent und sowjetischer Held ist "Kim" Philby nicht nur einer der schillerndsten Protagonisten des Kalten Krieges sondern auch ein Mann, dessen wahre Motive bis heute im Dunkeln liegen. In einem kühnen Spiel mit Fakten und Fiktion geht Robert Littell der Frage nach, wer Philby wirklich war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.12.2012
Fasziniert ist Rezensentin Sylvia Staude ebenso von Kim Philby wie von dem Roman, den Robert Littell dem legendären britischen Doppelspion auf den Leib geschrieben hat. Natürlich löst auch Littell nicht die Rätsel der Vergangenheit, ob der Mann nun ein Doppel- oder Triple-Spion war, kann auch Littell nicht wissen, aber wie er die Person Philby im Uneindeutigen belässt, während er zugleich die historische Situationen, in denen er eine Rolle spielte - das Wien unter Dollfuß, Cambridge in den dreißiger, Spanischer Bürgerkrieg -, sehr klar konturiert, das findet Staude formal und gedanklich rundum überzeugend.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 31.10.2012
Das möchte Adam Soboczynski mal klarstellen: Verglichen mit dem ungeheuerlichen Leben des Doppel- und Dreifachagenten Kim Philby klingt jede Verschwörungstheorie wie eine plausible Konstruktion. Insofern laufen in seinen Augen etwaige Vorwürfe gegen Robert Littell auch ins Leere. Tatsächlich hat Soboczynskis diesen Roman als einen "unorthodoxen Spionageroman" gelesen, der durchaus mit literarischen Ambitionen seine Figur umkreist und sich ihr aus wechselnden Perspektiven nähert. Auch wenn der Rezensent mit einem expliziten Urteil nicht ganz herausrückt, merkt man ihm, der Littell auch in Paris getroffen hat, deutlich Sympathien und Respekt für diesen Autor an, der nah an den historischen Fakten bleibt und sie dabei so erfolgreich umkrempelt, dass jeden offizielle Version nur noch wie Fiktion klingt.
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