Robert Harris

Titan

Roman
Cover: Titan
Heyne Verlag, München 2009
ISBN 9783453001589
Gebunden, 541 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Wolfgang Müller. Rom im Jahr 63 v. Chr.: Cicero ist endlich Konsul. Im Wahlkampf hat er sich gegen den korrupten Patrizier Catilina durchgesetzt. Aber zur Verwirklichung seiner politischen Ideale läuft ihm die Zeit davon, denn Catilina hat den Kampf noch nicht aufgegeben: Zusammen mit enttäuschten Aristokraten, Veteranen, Kriminellen und anderem Gesindel bereitet er eine große Verschwörung vor, um an die Macht zu gelangen. Aber welche Rolle spielt der umtriebige Caesar dabei? Der Einfluss seines Kontrahenten wächst unaufhörlich, und Cicero muss seine Tugendhaftigkeit auf die zwangsläufige Probe stellen: Wenn man die Macht im Staat innehat - ist es dann gerechtfertigt, illegale Methoden anzuwenden, um die Republik zu retten? Schließlich erfährt Cicero von einer konspirativen Sitzung, auf der seine Ermordung geplant wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.02.2010

Tobias Lehmkuhl preist ohne Einschränkungen Robert Harris Roman "Titan", in dem er nach dem Vorgängerband "Imperium", der den Aufstieg Ciceros zum Konsul beschrieben hat, nun dessen schwierige, im Jahr 62 v. Chr. beginnende Amtszeit und die auf ihn zielenden Intrigen schildert. Der Rezensent ist begeistert von der Anschaulichkeit und Farbigkeit, mit der der Bestsellerautor die historische Situation und seine Protagonisten, allen voran die ambivalente Figur des Cicero selbst, zeichnet. Schlechterdings "genial" will ihm mit dem Sklaven Tito, Privatsekretär und verbürgter Verfasser einer verschollenen Cicero-Biografie, auch die Wahl des Erzählers scheinen, die es erlaubt, nüchtern und zugleich aus nächster Nähe auf den Konsul und sein Umfeld zu blicken. Der Rezensent bewundert Harris als "begnadeten Handwerker" mit einem Händchen für die spannende Straffung der im Übrigen sehr genau recherchierten historischen Umstände. Dass das Ganze nicht angelesen wirkt, sondern höchst fesselnd zu lesen ist, lobt der Rezensent ausdrücklich, und er hat nach der Lektüre sogar Lust, die hier zitierten Ciceroreden noch einmal zu sichten, die ihm der Lateinunterricht anscheinend einst verleideten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009

Hannes Hintermeier weiß Robert Harris' Roman "Titan", Fortsetzung seiner Lebensbeschreibung Ciceros, zu schätzen. Er sieht darin den bislang "komplexesten Roman" des Autors. Dies liegt in seinen Augen aber auch an der historischen Vorlage, bestimmen in "Titan" doch die Wirren der Endjahre der römischen Republik den Gang der Handlung: Intrigen, Mord, Ehebruch, Korruption und Verrat. Harris gelingt es zur Freude Hintermeiers den großen Unterschied des römischen Politikbetriebs und unserem lebendig zu machen, nämlich dass damals jederzeit Gefahr für Leib und Leben bestand. Er hält Harris außerdem zu Gute, so "seriös" zu sein, die historischen Abläufe nicht zu simplifizieren, was dazu führt, dass das Buch kein echter "Page-Turner" ist. Besonders gefallen haben Hintermeier die zahlreichen wunderbaren Zitate Ciceros, die Harris eingebaut hat.
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