Mit 937 Fotos in Duotone. Einleitung von Richard Whelan.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2002
Dieser Fotoband behebt einen "Mangel", freut sich Freddy Langer. Er beklagt, dass über die schillernde Persönlichkeit des Fotografen, der 1955 im Indochina-Krieg ums Leben kam, seine Bilder fast alle in Vergessenheit geraten sind. Von den ungefähr siebzigtausend Fotos des Fotografen werde "kaum ein Dutzend Motive" noch gelegentlich gezeigt, so der Rezensent bedauernd, weshalb er diesen Band, der 1.000 Bilder versammelt, nachdrücklich begrüßt. Langer bejubelt diese Edition als "Standardwerk", das "Maßstäbe setzt", wobei er betont, dass die Bilder weniger auf ihren Kunst- als auf ihren Reportagecharakter Gewicht legen. Dennoch macht er in ihnen einen "Hauch von Melancholie" aus, er sieht in ihnen die "Frage nach dem Wohin" artikuliert, die keine Antwort liefern kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.03.2002
Robert Capa, 1913 in Budapest als Endre Friedmann geboren, Mitbegründer der Agentur Magnum und im Alter von vierzig Jahren verstorben, gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Sein Leben und sein Werk in einem Band umfassend zu würdigen, hält Ulf Erdmann Ziegler für ein notwendiges und hehres Unterfangen, sieht es aber in vorliegendem Buch nicht ganz gegeben. 937 von insgesamt 70.000 Negativen haben Capas Bruder Cornell und Richard Whelan ausgewählt und für drei Museumssätze vergrößern lassen, berichtet der Rezensent. Die Bilder, die im Band "geschickt gewürfelt" in größeren und kleineren Formaten angeordnet seien, nehmen, so Ziegler, den Betrachter mit auf eine Zeitreise. Wären da nur nicht die Texte von Whelan, bedauert der Rezensent. Die seien leider so fühl- und leblos geschrieben wie die Einträge in einer Akte. Schon schade, denkt Ziegler, dass das "humanistische Geschwätz" des "tumben Eleven" Whelan über die komplexe Biografie Capas triumphiere und dem widersprüchlichen und facettenreichen Fotografen nicht gerecht werde.
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