Mit Abbildungen. Nur den wenigsten, die heute lässig von Website zu Website surfen, wissen, dass das WWW in Europa erfunden wurde und dass seine Wiege am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf stand. Kaum jemand weiß, dass es die Schöpfung des Engländers Tim Bernes-Lee ist. Und nur Eingeweihte kannten bisher die Kontroversen, die nach dem ersten Erfolg des Web um dessen Zukunft entbrannten. James Gillies und Robert Cailliau erzählen, wie es geschah. Es ist die faszinierende Geschichte, wie aus einem rein wissenschaftlichen Informationssystem die populärste technologische Neuerung der 90er Jahre wurde. Und es ist auch ein Blick zurück in die Geschichte der Informationstechnologie und die Entwicklung von Rechnernetzen, Personalcomputern und Hypertext. Nah an den beteiligten Personen und gleichzeitig an den technischen und politischen Zusammenhängen interessiert, zeichnen Gillies und Caillau ein umfassendes Bild des Web - von seiner Vorgeschichte bis hin zu seinem überwältigenden Erfolg.
Wer hat schon vor Augen, wie vor noch gar nicht so vielen Jahren das Internet in klobigen Riesencomputern seine Anfänge nahm? Auf eine Reise in die Frühgeschichte des technisch ausgefeilten Mediums (zunächst als militärisches Versuchsprojekt) nimmt uns das neuaufgelegte Buch von Katie Hafner und Matthew Lyon mit, das von Sebastian Handke in Verbindung mit dem ganz druckfrischen Werk "Die Wiege des Web" besprochen wird. Wie der Rezensent beschreibt, knüpft Letzteres zeitlich dort an, wo "Arpa Kadabra" endet: bei der langerträumten Ausbreitung zum World Wide Web (Mitautor Cailliau ist einer der Begründer!). Sebastian Handke ist überzeugt von der in beiden Büchern gebotenen Ausführlichkeit. Seiner Auskunft nach wird zwar "analytischer Tiefgang" ausgespart und auch ein wenig der "Heiligenverehrung" gefrönt, aber das sei nebensächlich. Dafür könne der technische Laie durch die typisch angelsächsische Mischung aus "Kurzweil und Fachwissen" die Darstellungen bestens nachvollziehen und über eingestreute "Details hinweglesen", räumt der Rezensent ein und legt damit dem Interessierten beide Darstellungen gleichermaßen ans Herz.
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