Richard Wollheim

Emotionen

Eine Philosophie der Gefühle
Cover: Emotionen
C.H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406480867
Gebunden, 296 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Dietmar Zimmer. Richard Wollheim, einer der angesehensten Philosophen der Gegenwart, stellt in seinem neuen Buch eine analytische Betrachtung über das Phänomen der Emotionen an. In einem ersten Schritt lässt er - im ständigen Rückgriff auf Literatur, Psychoanalyse und Kunst - deutlich werden, warum Emotionen eine eigenständige psychologische Kategorie bilden. Diese sind, so Wollheim in einem zweiten Schritt, nichts weniger als seelische Veranlagungen oder grundlegende psychische Kräfte, die, ähnlich wie Begierden oder Überzeugungen, uns plötzlich bewusst werden. Doch im Unterschied zu diesen sind Emotionen eine bestimmte Form der Geisteshaltung bzw. der Einstellung zur Welt...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.12.2001

Offenkundig sympathisiert Andrei Denjkine mit Richard Wollheims Unternehmen, den Emotionen ihre in der analytischen Philosophie teils abhanden gekommene Dignität zurückzuerstatten. Er findet das Buch des amerikanischen Philosophen "faszinierend", ihm gefallen die Beispiele, deren Anzahl ihn beeindruckt, selbst da, wo ihm die Argumente nicht einleuchten. Dennoch hat er Probleme mit der Studie. Ausgerechnet die "zentrale These der psychologischen Realität der Emotionen" bleibt ihm, stellenweise wenigstens, zu "unscharf". Folglich fühlt sich der Rezensent hin- und hergerissen. Die neuen Perspektiven überzeugen für den Moment, im Rückblick jedoch kehrt die Skepsis zurück.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001

Dieter Thoma hält Richard Wollheims Studie über Emotionen für ein feinsinniges wie lehrreiches Buch über die "Philosophie der Gefühle". Wollheim gelinge es, die Schlüsselrolle von Emotionen im dem komplexen Feld von Geist und Seele zu verorten. Thoma bewundert die Souveränität, mit welcher der Autor durch die "Weltliteratur spaziert". Störend wirken für den Rezensenten nur nicht erläuterte Thesen sowie manche formal-stilistische Mängel. Zudem bleibe die Frage nach dem Einfluss sozialer Normen auf Emotionen unterbeleuchtet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001

Die Besprechung des Rezensenten ist etwas zweischneidig. Einerseits attestiert Michael Hampe dem Autor, mit seinem Begriffsinstrumentarium, das sich aus Alltagspsychologie, Psychoanalyse und teilweise auch Philosophie zusammensetze, äußerst scharf zu beobachten. Andererseits kritisiert Hampe, dass neuere Forschungen der experimentellen Psychologie nicht berücksichtigt wurden. Das Verständnis des Autors von den Emotionen als "geistige Dispositionen", durch die Orientierung innerhalb der Welt ermöglicht werde, sei eine plausible Alltagspsychologie, wie Hampe befindet. Auch die Entstehungsgeschichte der Emotionen als Resultat erfüllten oder frustrierten Begehrens findet der Rezensent an Hand von Beispielen aus der Literatur gut dargestellt. Dennoch fördere all dies mehr die Lesbarkeit, denn die Überzeugungskraft, die ohne den aktuellen Forschungsstand nicht ganz auskomme, schließt Hampe.

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