Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben. Der gutaussehende, fast genialisch begabte Jamie Drew ist der unbestrittene Held der Highschool und Richs bester Freund. Durch Jamie bekommt er einen ersten Vorgeschmack auf das wahre Leben, die aufregende, idealisierte Welt der Erwachsenen. Er nimmt ihn in seinem Mustang mit nach Chicago, besorgt ihm den ersten Vollrausch, erklärt ihm, worauf es ankommt im Leben. Nichts und niemand kann ihm etwas anhaben. Für Rich ist er das Versprechen auf das großartige Leben, die aufregende Welt, die auf sie beide wartet. Doch am Ende des Sommers ändert sich ...
Was hat den Verlag wohl dazu getrieben, diesen Roman zu veröffentlichen? fragt Tobias Rapp kopfschüttelnd. Er vergleicht die Situation des Rezensenten mit der eines Partygängers. Auf einer Party gerate man doch manchmal an Menschen, die endlos eine Geschichte erzählen, aus der man nicht klug wird, und bei der dem Zuhörer erst nach einiger Zeit klar wird, dass da kein Ende, keine Pointe zu erwarten ist. So jemanden lässt Rapp dann eiskalt stehen. Und so ein Buch legte er einfach weg, wäre er nicht Rezensent und fühlte sich verpflichtet, bis zum Ende durchzuhalten. Und immer noch keine Pointe in Sicht. Dabei ist das Thema von Rich Cohens "Lake Shore Drive" eigentlich schön, meint Rapp. Die Geschichte einer Vorstadtjugend in den Achtzigern, einer Jungensfreundschaft, die auseinandergeht. Aber Cohen ist "kein Erzähler", schimpft Rapp, sondern "ein Aufzähler". Unendlich viele Figuren tauchten auf, ohne Funktion. Keine Geschichte werde ausgeführt, keiner der vielen Stränge entwickele sich zu einem Handlungsfaden. Resultat: Langeweile. Das kann ja wohl kein Konzept sein, insistiert Rapp, die Langeweile möglichst langweilig zu beschreiben?
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