Renata Adler

Rennboot

Roman
Cover: Rennboot
Suhrkamp Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783518224809
Gebunden, 241 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Marianne Frisch. Renata Adlers Debütroman nach mehr als dreißig Jahren neu aufgelegt. Jen Fain, die Hauptfigur, schlägt jeden mit ihrem Ton in den Bann. Ob spielerische Dates ohne Folgen, New Yorker Partys, mondäne Kurzurlaube oder das tägliche Abmühen als Journalistin - Jens Aufzeichnungen beschwören das urbane Leben einer jungen, unabhängigen Frau.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.09.2014

Kult ist Renata Adler für den Rezensenten Willi Winkler nicht, und ein Roman ist dieses erstmals 1976 erschienene Buch für ihn auch nicht. Macht aber nichts, soll der Verlag sein Spiel spielen, meint Winkler, so lange zwischen den Buchdeckeln so viel Gutes steckt, wie bei dieser fast schon vergessenen Autorin und ""postsexuellen Intellektuellen". Winkler entdeckt Liebesgeschichten, Texte übers Fernsehen und Redaktionen, über das College. Alle geprägt, so Winkler, von der extremen, den Rezensenten an Handke erinnernden Empfindlichkeit der Autorin. An Cheevers "Notebooks" erinnert Winkler das auch, an radikales eigensinniges Denken at its best, aber keineswegs an Kult und einen Roman.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.08.2014

Diese Autorin imponiert Angela Schader. Nach all den "robusten Familiengeschichten" aus den Creative-Writing-Schulen kann die Rezensentin die fürstliche Nonchalance" gut verkraften, mit der Renata Adler die Regeln des Romans beiseite wischte. Nur kursorisch, erklärt Schader, streift "Rennboot" die Lebensstationen seiner Protagonistin, die - Herkunft aus jüdischer Emigrantenfamilie, Anthropologiestudium in Paris, Arbeit als Reporterin - erkennbare Ähnlichkeit mit der Autorin hat. Die Stärke dieses Erstlings liegt für Schader dabei in den aufblitzenden Gedanken, dem Blick fürs Schräge und der enormen Fähigkeit, Dinge auf den sprachlich witzigen Punkt zu bringen. Dass Renata Adler sich mit ihre kühlen Arroganz auch selbst ins literarische Abseits geschrieben hatte, weiß die Rezensentin wohl, freut sich daher aber umso mehr über die neue Wertschätzung. Explizit lobt sie auch den Feinsinn der Übersetzerin Marianne Frisch.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.05.2014

Freundlich nimmt Frank Schäfer diese Neuauflage von Renata Adlers ursprünglich 1976 erschienenem Roman "Rennboot" auf. Die New Yorker Starjournalistin schreibt darin von den Erlebnissen einer New Yorker Starjournalistin, die in den Augen des Rezensenten eine Menge mit der Autorin gemein hat. Einen Plot, ein Thema, durchgängige Motive findet er in dem Buch allerdings nicht. Im Wesentlichen berichtet die Protagonistin nach Ansicht Schäfers in Anekdoten, Dialogen, Reflexionen und Alltagsskizzen von den Eitelkeiten, Ritualen und Partys der New Yorker Intelligenzija - dies allerdings sehr interessant und von einem ethnologischem Interesse am Funktionieren dieses Soziotops getragen. Zudem punktet das Buch für Schäfer durch die präzise Beobachtungsgabe und den Sarkasmus der Autorin sowie durch ihren lakonischen Witz. Etwas bedauerlich findet der Rezensent allerdings das Fehlen eines Nachworts, das Adlers Stellung innerhalb der New Yorker Szene würdigt.
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