Reinout van den Bergh beschäftigt sich seit 2011 mit dem Fotoprojekt Eboundja. Seit 2009 leben die 30 Familien im gleichnamigen Fischerdorf in großer Unsicherheit, was ihre Zukunft angeht. Das Dorf liegt in der Mitte eines Küstenstreifens, an dem die Chinesen im Austausch gegen Kameruns Eisenerz einen Tiefwasserhafen bauen. Die Anwohner stehen der Kombination aus korrupter Regierung und größenwahnsinnigen Projektentwicklern wehrlos gegenüber. In seiner Fotoserie zeigt van den Bergh auf sehr engagierte Weise den Niedergang, aber auch die Intimität und Schönheit der kleinen Gemeinde; die Resignation, aber auch den Stolz und den Widerstand.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.03.2021
Rezensent Frank Dietschreit ist gerührt und ebenso empört angesichts der Fotos von Reinout van den Bergh. Die Bilder, die den langsamen, unaufhaltsamen Untergang eines Fischerdorfs an der Küste Kameruns dokumentieren, machen ihm die Schattenseite der Globalisierung schmerzhaft bewusst. Wie chinesische Investoren das Dorf, seine Menschen und die Küste langsam ausradieren und an ihre Stelle einen gigantischen Tiefwasserhafen setzen, verfolgt Dietschreit anhand der Fotos der fassungs- wie machtlos zusehenen Dorfbewohner. Einzige Hoffnung für Dietschreit: die Würde der abgebildeten Menschen scheint unantastbar. Ein schrecklich-schönes Denkmal für die Menschen von Eboundja, findet der Rezensent.
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