Reinhard Kaiser (Hg.)

Das Lalebuch

Wunderseltsame, abenteuerliche, unerhörte und bisher unbeschriebene Geschichten und Taten der Lalen zu Laleburg
Cover: Das Lalebuch
Galiani Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783869712369
Gebunden, 240 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Als die Schildbürger noch Lalen hießen: Die Welt steht Kopf, die Komik feiert Urstände. Till Eulenspiegel, Dr. Faustus und das Schildbürgerbuch sind die berühmten Volksbücher des 16. Jahrhunderts. Das Schildbürgerbuch allerdings ist ein dreistes Plagiat des wenige Monate zuvor publizierten Lalebuchs; jemand hat den Titel geändert und das Wort "Lale" durch "Schildbürger" ersetzt. Sonst sind die Bücher weitgehend textgleich. Grimmelshausen-Übersetzer Reinhard Kaiser hat nun den echten "ersten komischen Roman Deutschlands" in modernes Deutsch übertragen, unter Beibehaltung des Sprachwitzes und -wahnsinns der Zeit. Was geschieht? In Laleburg herrscht großes Durcheinander. Die durch ihre Weisheit im ganzen Land bekannten Männer dienen an den Höfen fremder Fürsten und Könige als Berater, die Frauen müssen die entvölkerte Stadt allein regieren - ein Zustand, der niemanden glücklich macht. Man schmiedet einen Plan: Die Männer sollen zurückkehren. Und dann nur noch närrisch agieren; so wird man sie in Frieden bei ihren Frauen in Laleburg lassen. Also begehen die Lalen eine skurrile Tat nach der anderen: Sie bauen ein Rathaus ohne Fenster, wollen das Tageslicht in Säcken tragen, stellen einen Krebs vor Gericht und und und … Ein vergessenes Kleinod in neuem Licht: Jetzt werden die kuriosen Geschichten der Lalen endlich wieder einer breiteren Lesewelt zugänglich gemacht. Erstmals mit dem fast vergessenen, jedoch urkomischen und lügengespickten Anhang des Lalebuch-Erstdrucks: die "Neuen Zeitungen aus der ganzen Welt".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2021

Rezensent Oliver Jungen bekommt mit der von Reinhard Kaiser herausgegebenen Lalebuch-Ausgabe ein "hellsichtiges Vergnügen". An den Holzschnitten erfreut er sich ebenso wie am Nachwort, das seiner Meinnung nach "profunder" hätte sein dürfen. Vor allem aber der sprachliche Humor der an die Schildbürgstreiche angelehnten romanhaften Anekdotensammlung für Jungen etwas Herzerfrischendes. Reinhard Kaisers Übersetzung unterstreicht den Sprachwitz laut Jungen mit genauer Abbildung und behutsamen Eingriffen.

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