Raoul David Findeisen (Hg.)

Lu Xun (1881 - 1936)

Texte, Chronik, Bilder, Dokumente
Cover: Lu Xun (1881 - 1936)
Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783861091196
Kartoniert, 820 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Mit Abbildungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2002

Der Sinologe Raoul Findeisen, Herausgeber dieses umfangreichen Materialbandes über den chinesischen Nationaldichter Lu Xun, hat sich ein hehres Ziel gesetzt, verkündet Sabine Muscat: den von den Kommunisten postum vereinnahmten Autor in den westlichen Bildungskanon aufzunehmen. Um zu zeigen, dass Xun den Anschluss an den Westen gesucht und gefunden hatte, enthält der Materialband auch eine Auswahl verschiedener Übersetzungsarbeiten Xu Luns, der Gide, Brecht, Gorkij, Tolstoij und Ibsen ins Chinesische gebracht hat. Lu Xun gehörte zu einem Kreis von reformwilligen Intellektuellen, erklärt Muscat, hatte aber selbst bereits früh den Glauben an die Reformierbarkeit der Menschen aufgegeben. Xun verglich die Chinesen mit einem Volk von "Schläfern, die in einer eisernen Zelle langsam ersticken", führt Muscat weiter aus, womit er ein eindrucksvolles Bild für das vorrevolutionäre China gefunden hatte, das ihrer Meinung nach bis heute nachwirkt. Der Lu-Xun-Materialband ist sowohl für Liebhaber wie Neugierige gut geeignet, fügt Muscat hinzu; die einen kommen durch die Materialfülle auf ihre Kosten, die anderen werden durch Fußnoten und Kurzbiografien gut betreut.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.03.2002

Mit größtem Vergnügen hat sich der Rezensent Manfred Papst durch die "geheimnisvollen Winkel" von Raoul David Findeisens Band über Leben und Werk des chinesischen Autors Lu Xun gelesen. Lange hatte Papst auf das Buch über den oft mit Brecht verglichenen "homo politicus und poeta doctus" gewartet, das erst "geschlagene sieben Jahre" nach der vom Zürcher Unionsverlag herausgegebenen Werkausgabe Lu Xuns im Stroemfeld-Verlag erschienen ist: auf 820 eng bedruckten Seiten. Doch mehr als von der Fülle des Materials ist Papst von der "Intelligenz" der "systematischen Ordnung" begeistert: Findeisen, Vertreter des Lehrstuhls "Sprache und Literatur Chinas" an der Ruhr-Universität Bochum, hat die stichwortartige Chronik mit einer Masse von "höchst aufschlussreichen" Dokumenten angereichert: Texte von Lu Xun selbst (Tagebucheinträge, Briefe, Zeitungsartikel, Literarisches); Illustrationen wie Fotografien, Zeichnungen, Stadtpläne; Lebenszeugnisse Dritter; Materialien zum Werk und zu seinem zeitgeschichtlichen Kontext, aber auch zu Lu Xuns rastloser Tätigkeit als Herausgeber und Übersetzer; Lektürennachweise; schließlich die weit verzweigte Sekundärliteratur. Daran schließt sich eine "konzentrierte monografische Studie Findeisens an", von der Papst ebenso angetan ist wie vom dokumentarischen Teil. Fazit: "Man findet in dem luziden Kompendium buchstäblich alles, was man sucht - und, was mehr ist, auch manches, was man nicht sucht."

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