Geld zu vermehren ist zum allgemeinen Gesetz des Handelns geworden. Das betrift genuin das Feld der Ökonomie, aber kaum weniger das des Politischen. Das Monetäre nimmt dabei vielerlei Form an. Selten ist es noch Münze, meistens dagegen Zahl, Rechenoperation in Kapitalströmen und verkaufter, vielfach beliehener Kredit. Güter, Rohstoffe und Daten werden ebenso umgewertet wie die Begriffe von Arbeit und Eigentum. Die ökonomischen Verhältnisse sind mit denen der Politik eng verschränkt. Orte der Macht und Punkte von Entscheidungen liegen auf den Wegen der globalen Geldströme. Die Lage der Gegenwart ist von Asymmetrien der Macht gekennzeichnet, nicht zuletzt im Verhältnis von ökonomischem und militärischem Einfluss. Die Untersuchung geht vom Begriff und der Geschichte des Geldes aus, um den Zustand von Ökonomie und Politik am Beginn des 21. Jahrhunderts zu betrachten.
Angetan zeigt sich Rezensent Robert Misik von Ralph und Stefan Heidenreichs Buch "Mehr Geld". Den Autoren gelingt es in seinen Augen, die gegenwärtige Weltfinanzkrise zu erklären. Ausführlich zeichnet er den Autoren folgend die Pumpökonomie nach, die zu dem großen Crash geführt habe. Bisweilen findet er das Buch ein wenig "jargonhaft" und er attestiert den Autoren eine "gehörige Portion Deleuze-Guattari-Schneidigkeit". Der Ausweg, den die Autoren auf zwei Seiten am Ende des Buchs skizzieren scheint ihm nicht ganz überzeugend. Gleichwohl lobt er das Buch insgesamt als "eigenwillig" und "klug".
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