Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.07.2000
Der „soziographische Blick“ scheint diesmal tatsächlich geschielt zu haben. Rezensent sgl. lässt an der Veröffentlichung des Gewerkschaftssoziologen Rainer Zoll und seiner acht „westdeutschen“ Kollegen kein gutes Haar. Der Forschungsblick „über den Ossi-Wessi-Zaun“ münde in „Berichte über Befindlichkeiten und die Niederungen des Alltags“. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um O-Ton Berichte, in denen dem „(einfachen) Ost-Volke aufs Maul geschaut“ werden sollte. Diese auf den ersten Blick authentischen Stimmen aus dem Volke werden mit dem „tiefenhermeneutischen Verfahren“ kommentiert, so der Herausgeber des Buches. Das Urteil der Rezension ist hart: Es handele sich schier um die Übersetzung von „Banalitäten in Banalitäten“ auf gut 400 Seiten, nach dem Motto: früher hatte der Ossi eine sichere Existenz und soziale Bindungen, denen er heute nachtrauert.
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