Das Gewöhnliche ist schön. Es ist bunt, witzig, surreal und provokant. Philipp Keels Bilders zeigen, was uns umgibt - Schilder, Tiere, Fahrzeuge, Pflanzen, Menschen -, doch der unbefangene Blick des Fotografen verleiht noch den alltäglichsten Gegenständen oder Situationen etwas Exotisches. Außergewöhnliche Farben und überraschende Perspektiven erzeugen Spannungen und stiften ungeahnte Verbindungen. Die Fotografien sind voller Bewegung und Leichtigkeit, humorvoll, ironisch und rätselhaft. Sie zeugen von Keels Lust am Sehen und von seiner Obsession für leuchtend explosive Farben.
Es stimmt alles, was man über Philipp Keel sagt, meint Dirk Knipphals in seiner Kurzkritik: Keels Bilder seien bunt und poppig, ironisch und lebendig, doch, hält er entgegen, sie seien deswegen noch längst nicht glatt oder ohne Widerhaken. Zunächst blättere man schnell durch den neuen Bildband, der auf den ersten Eindruck die Keelsche Devise bestätige: immer schneller fotografieren, doch so allmählich greifen die Widerhaken und lassen den Betrachter immer öfter zurückblättern, stellt Knipphals fest. Keels These, er wolle die Menschen visuell und nicht intellektuell erreichen, hält er darum für widersinnig: warum solle sich das visuelle Vergnügen nicht mit dem intellektuellen verbinden lassen, fragt er. Vergnügen jedenfalls bereitet ihm das Betrachten dieses "fulminanten" Bildbandes.
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