Aus dem Amerikanischen von Ulrich Ruh. Ist Europa von explodierenden Geburtenraten muslimischer Immigranten bedroht? Wie verändern die christlichen Einwanderer aus Afrika, Asien und Osteuropa das Gesicht des westlichen Europa? Historisch fundiert weist Jenkins nach: Abseits der Abkehr von den staatlich anerkannten Kirchen sind deutliche Hinweise für ein Erstarken der religiösen Einstellungen zu entdecken. Sowohl Christentum als auch Islam stellen sich den Herausforderungen, die Europas säkulares Umfeld ihnen bietet. Ein realistisch-optimistischer Blick auf die Zukunft der Religionen auf einem sich rasant verändernden Kontinent.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2008
Otto Kallscheuer begrüßt Philip Jenkins' Einschätzung zur Zukunft von Islam und Christentum. Der Historiker würde kein "kulturkämpferisches Narrativ" anzetteln, wie man es aus den USA gewöhnt sei, schreibt der Rezensent. Stattdessen stellt Jenkins populäre Hiobsbotschaften vom Untergang des Christentums richtig: Nicht nur europäische Länder verzeichnen einen Geburtenrückgang, auch in arabischen und nord-afrikanischen Ländern ist ein solcher Trend spürbar. Außerdem, so informiere Jenkins, verkennen gängige Einschätzungen das eigentliche, neuartige Interesse am Christentum: Koreanische Methodisten, Pfingstler, Megachurches, brasilianische Gottesreich-Anhänger - sie alle sind Beispiele für eine dynamische "Erneuerung der europäischen Christenheit, die fast ausnahmslos außerhalb des traditionell-institutionellen Modells von Pfarrgemeinde, Klerus und Bistum anzutreffen ist". Nicht zufrieden war Kallscheuer allerdings mit Jenkins' Darstellung des Islam in Europa, der es an Genauigkeit mangele.
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