Peter Utz

Anders gesagt - autrement dit - in other words

Cover: Anders gesagt - autrement dit - in other words
Carl Hanser Verlag, München 2007
ISBN 9783446208346
Kartoniert, 336 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Wir meinen Fontanes "Effi Briest", Kafkas "Process" oder Musils "Mann ohne Eigenschaften" zu kennen. Doch ihre Übersetzungen ins Englische oder Französische rücken sie in ein neues Licht. Weil sie das Original "anders lesen", können wir es auch anders lesen. Die Übersetzungen entfalten seinen Sinn, statt ihn - wie es der Gemeinplatz will - zu reduzieren. In der aktuellen Übersetzungsdebatte bezieht Peter Utz damit eine neue Position: Die Übersetzer sind sinnstiftende Leser, die uns unerwartete Blicke auf die eigene Literatur eröffnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2008

Mit, so scheint's, brennendem Interesse hat Gerhard Neumann Peter Utz' Projekt verfolgt, in den Übersetzungen von vier Schlüsseltexten der deutschsprachigen Literatur - E.T.A. Hoffmanns "Sandmann", Fontanes "Effi Briest", Kafkas "Process" und Musils "Mann ohne Eigenschaften" - nachzuweisen, dass Übersetzung hermeneutischen Zugewinn schafft. Utz bemüht sich um die theoretische Untermauerung dieser These, stützt sich dabei aber ganz auf die minutiöse Textarbeit, stellt der Rezensent gefesselt fest. Als hermeneutisches Verfahren für die vergleichende Literaturwissenschaft findet Neumann diesen Versuch, den Sinnzuwachs in französischen und englischen Übersetzungen aufzuspüren, sehr Gewinn versprechend. Er freut sich zudem, dass das Buch, insbesondere im Vergleich zu den theorielastigen Untersuchungen, die zurzeit das Bild der Literaturwissenschaft bestimmen, die "Lust am Text" wirkungsvoll zu demonstrieren und zu wecken versteht. Zusätzlich anregend ist dem Rezensenten, dass dieses Buch zeitgleich mit einem Werk Umberto Ecos zum Thema Übersetzen erscheint, in dem sich der Autor, im krassen Gegensatz zu Utz' These, gegen eine mutwillige "Bereicherung" des Originaltextes durch die Übersetzung ausspricht und Übersetzung generell als "Kompromiss" zwischen Original und Zieltext versteht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2007

Mit Freude hat Roman Bucheli diese Studie über das literarische Übersetzen von Peter Utz gelesen. Er schätzt die profunden Sachkenntnisse des Autors ebenso wie die kurzweilige Darstellung. An Texten von Hoffmann, Fontane, Kafka und Musil zeigt Utz für ihn überzeugend, dass Übersetzen eine "sinnstiftende Form des Lesens" sei, die einen fremden Zugang zum Eigenen ermögliche, die Intention des Originals deutlicher hervortreten lasse und blinde Flecken der eigenen Lektüre kenntlich mache. So führe Utz zum Beispiel vor Augen, wie die Übersetzungen von Fontanes "Effi Briest" die kulturelle Topografie des Romans nachdrücklich erkennbar machen. Bucheli verschweigt nicht, dass der Autor gelegentlich nicht der Versuchung entgeht, auch das Triviale als bemerkenswert hinzustellen. Nichtsdestoweniger lobt er das Buch als eine anregende und lohnende Lektüre.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.07.2007

Wenn Andreas Dorschel auch mit der Definition vom Übersetzer als "Sprachsurfer" nicht recht einverstanden ist, findet er Peter Utz' Unternehmen, ausgewählte Übersetzungen im Deutschen, Französischen und Englischen zu vergleichen, durchaus lohnenswert. Er lobt die Vergleiche des Schweizer Germanisten verhalten als "überwiegend" erhellend und findet es begrüßenswert, dass das Buch auf alle Fälle den "europäischen Kulturvergleich" fördere.
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