Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2001
Michael Pawlik weist zuerst auf die Paradoxie der moralischen Letztbegründungen hin (Ist Moral selbst moralisch?), um dann auf Hobbes zu sprechen zu kommen. Pawlik vergleicht dessen Entwicklung eines Kontraktualismus aus dem Naturzustand mit der Position Stemmers, der sich in seiner Moralbegründung in die Tradition des neuzeitlichen Vertragsdenkens einreihe. Wie Hobbes führe er die Logik der Natur konsequent durch, was den Rezensenten zu der Pointierung "Moral ist Amoraliät mit anderen Mitteln" anregt. Pawlik weist darauf hin, dass Stemmer sich bewusst ist, dass sein Kontraktualismus nicht zu einer Verteilungsgerechtigkeit materieller Güter führen könne - wer nicht in der Lage sei, seine Position nicht aus eigener Kraft zu verbessern, dem helfe auch keine Moral dazu. Der Rezensent weist auf die Probleme dieser radikal reduktionistischen Konzeption - mit der er im Ganzen jedoch sympathisiert - und auf eine kritische Bemerkung Wolfgang Kerstings hin.
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