Peter Schöttler (Hg.)

Marc Bloch

Historiker und Widerstandskämpfer
Campus Verlag, Frankfurt am Main - New York 1999
ISBN 9783593363332
broschiert, 279 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Aus unterschiedlichen Perspektiven werden Leben und Werk Marc Blochs, eines der bedeutendsten Historiker des 20. Jahrhunderts vorgestellt. Mit Beiträgen von Etienne Bloch, Otto G. Oexle, Ulrich Raulff u.a.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.04.2000

In diesem Band sind die Beiträge einer 1997 an der Humboldt-Universität gehaltenen Tagung zu Marc Bloch, die auch "wichtige Bausteine der Biografie" zusammentragen, enthalten, schreibt Christian Schulte. Der französische Historiker, dessen Werke inzwischen in einigen Editionen auch auf Deutsch vorliegen, war "kein Freund der Deutschen", jedoch war für ihn seit 1908, als er in Berlin und Leipzig studierte, die deutsche Geschichtswissenschaft ein wichtiger Referenzpunkt seiner eigenen Arbeit. Die daraus sichtbare "ambivalente Beziehung zu Deutschland" ist ein wichtiges Element der hier vorgelegten Aufsätze, meint Schulte. Blochs Weg in den politischen Widerstand war dem "patriotisch gesinnten Juden" durch seine Fähigkeit zur scharfsichtige Analyse nahegelegt; sie hatte ihn gelehrt, "noch aus dem unscheinbarsten überlieferten Detail die Signatur einer ganzen Epoche" zu identifizieren. Leider nennt Schulte keinen einzigen Namen der Autoren dieser Beiträge.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000

Hans-Martin Lohmann bespricht in einer Rezension zwei Bücher von und über Marc Bloch.
1) Peter Schöttler (Hg): "Marc Bloch. Historiker und Widerstandskämpfer" Der von Peter Schöttler herausgegebene Sammelband würdige einen der bedeutendsten Historiker des 20. Jahrhunderts, hält Hans-Martin Lohmann in seiner Rezension fest. Obwohl die Rolle Blochs in der Résistance etwas zu knapp beleuchtet sei, zeige Schöttlers Eingangskapitel nachvollziehbar den Werdegang des Historikers und lege seine geistesgeschichtlichen Wurzeln bloß. Der zweite Teil des Bandes, der aus einer Auswahl von Rezensionen Blochs besteht, mache das ambivalente Verhältnis Blochs zu Deutschland deutlich. Von den folgenden Beiträgen hebt Lohmann nur den "besonders nachdenklich stimmenden" Aufsatz Ulrich Raulffs hervor, wobei er den Grund und das Ergebnis dieser Nachdenklichkeit leider nicht weiter ausführt. 2) Marc Bloch: "Die Feudalgesellschaft" Für Eberhard Bohms neue Übersetzung von Blochs "Die Feudalgesellschaft" findet Lohmann nur lobende Worte: Sie habe viele Fehler der früheren Übersetzung getilgt, stilistische sowie begriffliche Mängel seien behoben worden. Auch das Register wird seiner Vollständigkeit wegen gelobt. Lohmann hofft, dass Marc Bloch durch diese Neuübersetzung neue Leser findet.