Peter Rosei

Madame Stern

Roman
Cover: Madame Stern
Residenz Verlag, St. Pölten 2013
ISBN 9783701716067
Gebunden, 160 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Gisela Stern hat es geschafft. Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, hat sie in eine wohlhabende Familie eingeheiratet, sich eine Karriere in einer Bank erarbeitet und verkehrt in der sogenannten besseren Gesellschaft. Trotzdem bleibt eine ungewisse Sehnsucht, ein Gefühl der Deplatziertheit. Als ein gut aussehender, ehrgeiziger Mann in ihr Leben tritt, beginnt sich das Karussell der Macht zu drehen, die Verknüpfung von Politik und Begehren nimmt ihren Lauf. Peter Rosei inszeniert den Aufstieg und Fall einer Frau vor dem Hintergrund einer höchst korrupten Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2013

Keine Reinigung von, kein Mitleid mit dem Elend des Menschseins der österreichischen Spielart erfährt der Rezensent bei Peter Rosei und dessen von Anbeginn bis Ende verlorenen Helden. Was nur scheinbar wie ein Märchen anhebt, hat laut Samuel Moser dank Roseis Boshaftigkeit, dank seines von Anfang an quälend langsamen Gestaltens des Würdeverlustes zwar keine Tragik, doch als Studie zur gesellschaftlichen Mechanik taugt es gut. Derart, dass sich Moser an Roseis narrative Meisterschaft halten muss und seine Ironie, um nicht an der deprimierenden Trostlosigkeit des Erzählten zu ersticken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.07.2013

Um Macht und Geld und Gier geht es auch in diesem neuen Buch von Peter Rosei, stellt Karl-Markus Gauß fest. Dass sich leicht reale Gestalten aus der ewigen österreichischen Staatsprovinzposse erkennen lassen, ist für den Rezensenten kein Problem. Zu zurückhaltend geht Rosei mit den verhandelten Skandalen um, sodass Gauß schnell merkt: Es geht um den hier bloßgelegten Mechanismus. Über die unfassbare Schlichtheit der vom Autor vorgeführten Gemüter ist Gauß dennoch ehrlich schockiert. Derart, dass er nicht einmal Mitleid haben kann mit dem äußerst schmählichen Ende der Madame Stern, Roseis untergehender Hauptfigur, ein monströser Charakter, wie Gauß konstatiert.
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