Klappentext

Seit der Gründung der BRD gibt es keine politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Debatte ohne die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Sie prägt nicht nur die Diskussionen, sondern setzt Themen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Der Historiker Peter Hoeres schildert die siebzigjährige Geschichte der Zeitung anhand der entscheidenden Köpfe und Ereignisse. Von den Auseinandersetzungen um das Erbe der nationalsozialistischen Vergangenheit, über die Jahre des Kalten Krieges bis hin zur Zukunft Europas, der Rolle des Islam oder der Bedeutung des digitalen Wandels erzählt er damit ein Stück deutscher Zeitgeschichte. Als erster Wissenschaftler überhaupt erhielt Hoeres Zugang zu den internen Archiven der FAZ.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2019

Dem Politologen Andreas Rödder, Verfechter eines liberalen Konservatismus, gelingt das Kunststück in der FAZ ein Buch über die FAZ zu besprechen. Es ist ja erstaunlich wenig bekannt über das Funkionieren und Innenleben solcher Zeitungen, und Rödder attestiert dem Historiker Peter Hoeres, "ebenso facetten- wie gedankenreich" und ausführlich über die Geschichte dieses Leitmediums zu berichten. (Allzu inkompatibel mit dem Selbstbild der Zeitung kann das Buch nicht sein, sonst wäre wohl nicht einige Tage vor dieser Kritik ein Vorabdruck daraus im politischen Teil erschienen.) Besonders ausführlich scheint Hoeres nach Rödder auf die Frühgeschichte der FAZ einzugehen. Auch die Probleme der Zeitungskrise, die die FAZ wegen des Verlusts der Stellenanzeigen, der dieser Zeitung einst eine fette Rente bescherte, besonders hart trifft, würden angesprochen. Über kritische Passagen zur Politik und zum Journalismus der Zeitung weiß Rödder allerdings nichts zu berichten. Immerhin, von "Prisen feiner Ironie" ist die Rede.
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