Peter Henisch

Mortimer & Miss Molly

Roman
Cover: Mortimer & Miss Molly
Deuticke Verlag, Wien 2013
ISBN 9783552062252
Gebunden, 320 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Italien 1944: Kurz vor Kriegsende landet in San Vito in der Toskana ein amerikanischer Soldat mit seinem Fallschirm mitten in einem malerischen Renaissancegarten, ausgerechnet unter dem Fenster der englischen Gouvernante, die ihn vor den deutschen Besatzern versteckt. Das ist die Geschichte von Mortimer und Miss Molly, eine Liebesgeschichte. Jedenfalls der Anfang davon, wie sie knapp dreißig Jahre später ein alter Amerikaner erzählt, als er Julia und Marco kennenlernt, die es nach San Vito verschlagen hat. Am nächsten Morgen ist er verschwunden. Und so beginnt das junge Paar, die Geschichte der beiden für sich selbst fortzuspinnen. Ein Roman aus Österreich über die Magie des Erzählens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.10.2013

Diese Leichtigkeit! Helmut Schödel gerät ins Schwärmen, wenn er die Bücher dieses Autors Revue passieren lässt. Der neue Roman von Peter Henisch, eine Liebesgeschichte, reiht sich da gut ein, Schödel wird nicht enttäuscht. Eine mitunter nah an der Klamotte und "knapp über dem Boden der Tatsachen" angesiedelte Story über einen 1944 über der Toskana abgeschossenen Bomberpiloten, der sich in eine englische Gouvernante verliebt - bittesehr, unverfroren wie immer, freut sich Schödel. Kein Alterswerk also. Das ironische Tändeln zwischen Fakt und Fantasie beherrscht der Autor laut Schödel besser den je, und ein paar seriöse Einsichten zum Thema Liebe sind auch dabei.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2013

Im neuen Roman von Peter Henisch entdeckt Beate Tröger nicht nur die Liebe des Autors zu seinem Tun. Am Ende der so leichthändig erzählten Geschichte von Lust, Leid und Liebe zwischen einem Turiner Mediziner und einer Wiener Kunsthistorikerin im schönen Italien ahnt sie auch, dass sich das von Henisch hier verhandelte Verhältnis von Wirklichkeit und Illusion in Lust und Lebensfreude aufheben lässt. Klingt ziemlich rosarot? Dagegen hält Tröger die Virtuosität des Autors beim Konstruieren seiner Handlung, den Anspielungsreichtum der Geschichte und ihre Welthaltigkeit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.08.2013

Der österreichische Romancier, Lyriker und Musiker Peter Henisch legt zu seinem siebzigsten Geburtstag gleich zwei neue Bücher vor, berichtet Oliver Pfohlmann. Sein neuer Roman "Mortimer & Miss Molly" erzählt eine doppelte Liebesgeschichte: die der beiden Titelfiguren, die sich vor allem gegen widrige äußere Umstände durchsetzen müssen, und die von Julia und Marco, deren Liebe von der Zeit auf die Probe gestellt wird, fasst der Rezensent zusammen. Für Henisch ist die Liebe überhaupt - und das Erzählen, wie sich im Essay- und Interviewband "Außenseiter aus Passion" herausstelle - Ausdruck dieses Widerstandes gegen die Welt und gegen die Zeit. In einem toskanischen Dorf lernen Julia und Marco erst sich und dann Mortimer Mellows aus Minnesota kennen, der den frisch Verliebten von seinem Absturz im Krieg in der Nähe des Dorfes erzählt und von seiner Retterin Miss Molly, der Gouvernante einer wohlhabenden italienischen Familie. Doch Mellows verschwindet spurlos, und Julia und Marco spinnen die Geschichte selbst weiter, berichtet Pfohlmann. Damit leben sie ein Motto, das auch Henisch für sich beansprucht: dass Literatur etwas "mit Befreiung zu tun haben sollte, mit Freiheit, auch mit Freiheit der Phantasie", zitiert der Rezensent.