Peter Handke

Versuch über den Pilznarren

Eine Geschichte für sich
Cover: Versuch über den Pilznarren
Suhrkamp Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783518423837
Gebunden, 218 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

2012 nahm Peter Handke mit seinem "Versuch über den Stillen Ort" die Reihe seiner Versuche wieder auf. Nur ein Jahr später beschließt er sie, endgültig, wie der Dichter selbst sagt, mit einem fünften und letzten erzählenden Essay, dem "Versuch über den Pilznarren" worin die Pilze für den Helden der Geschichte nicht nur Passion, sondern das letzte Abenteuer, das Abenteuer an sich sind.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.10.2013

In Peter Handkes "Versuch über den Piznarren" geht es zwar auch um Pilze, vor allem aber um den Narren, hinter dem sich der Autor mit allerhand biografischer Spielerei verbirgt, den er sich aber auch als "idealen literarischen Sparringspartner" erschaffen hat, berichtet Helmut Böttiger. Was dem Rezensenten besonders gefällt: Handke scheint mit zunehmendem Alter immer humorvoller zu werden und sich auch gerne selbst aufs Korn zu nehmen, etwa wenn sein Alter ego ihm, dem Autor, vorwirft, dass er mit dem "Heraufbeschwören und Geraune" gar nicht mehr aufhöre, oder unentwegt vom Feigenblatt "psalmodiere", erklärt Böttiger. Weil dann auch das Lyrische gewohnt stimmig ist, will dem Rezensenten partout keine Kritik einfallen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.10.2013

Dass ausgerechnet Dirk Pilz dieses Buch bespricht, muss man erst einmal anerkennen: witzig! Pilz also über den Pilznarren. Und wie ihm das gefallen hat! Sprachlich (Pilz: am besten langsam vorgeflüstert), humoristisch. Dass es versponnen und zart ist, poetisch, klar, schreibt Pilz. Und von wegen antisozial. Handke, so Pilz, schreibt zwar weniger über Pilze als über sich selbst (wie immer), doch wie er das macht, ernst und ironisch zugleich, das veranlasst Pilz zu Hurrarufen auf Literatur und Narren, Pilz- oder andere.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2013

Den fünften "Versuch" Peter Handkes deutet Leopold Federmair als erneute "Wende" des Autors, dessen Alter Ego hier wieder den aufrechten Gang erlernt, nicht mehr gebückt mit Blick zum Boden gehend. Das Spiel von Distanz und Identifikation mit der Figur spielt der Autor in diesem Buch auf Federmair ebenfalls bekannte Weise. Die Figur ist wiederum ein Suchender, erläutert der Rezensent, der Wechsel von Autobiografischem (etwa der Ort Chaville, wo Handke lebt) und Fantasie gebiert das gewohnte Märchenhafte. Nicht allzu viel Neues also aus Chaville, lässt uns Federmair wissen, aber auch keine faulen Pilze.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Das Märchenhafte als Gegengift zum allgegenwärtigen Geschwätz? Friedmar Apel nimmt es dem Autor für eine Weile ab, weil der so schön erzählen kann, wie der Rezensent schreibt. Was Apel zu Peter Handkes neuem, fünften Versuch festhält, klingt allerdings erst einmal nicht nach Märchen. Da geht es um das Schicksal eines guten, sehr guten Freundes des Erzählers, eines menschenscheuen Pilznarren eben, und darum, wie der Erzähler, wie Apel erklärt, mit gekonnten romantischen Landschaftsbeschreibungen aufwartet. Ferner darum, wie sich der Narr selbst von seiner Obsession befreit, verschwindet und wunderbarerweise wieder auftaucht, um mit dem Erzählerfreund in der Auberge zum Heiligen Gral, na, was wohl: ein Pilzgericht zu verdrücken. Aber dem, wie erwähnt, kommt das Märchenhafte in die Quere.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.09.2013

Peter Handkes "Dichtung und Wahrheit" wieder. Für Lothar Müller sind die "Versuche", die mit diesem Band abgeschlossen werden, Selbst- und Spracherkundungen des Autors. Nun vorliegender Band führt den Leser in die Pilze, doch nicht, wie Müller feststellt, um ihn zum Narren zu halten, sondern um Abschied zu nehmen von der Pilz-Mythologie, Pilz-Prophetie. Handkes Pilz-Sprache, laut Müller gut verflochten und wohlschmeckend, deutet der Rezensent als Erfindung einer Prosa aus dem Geiste der Lyrik und der Autobiografie. Dylan, Theophrast und James Stewart gesehen durch ein romanisches Kirchenfenster sozusagen. Müller, wie gesagt mundet das, auch wenn sich mit keiner Pilzsuppe der Welt die Geschichte ändern lässt. Aber das weiß Handke ja selber, meint Müller.
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