Seit ihrer Gründung 1949 trugen die Bundesrepublik Deutschland und die DDR einen ökonomischen Wettbewerb aus. Wirtschaftliche Entwicklungsdynamik, Produktivitätssteigerung, wissenschaftlich-technischer Fortschritt, wachsender Wohlstand und soziale Absicherung galten als wichtige Indikatoren, um die Überlegenheit des jeweils eigenen Systems zu dokumentieren. Letztlich ging es um einen Vergleich zwischen der Leistungsfähigkeit der "sozialen Marktwirtschaft" und der "sozialistischen Zentralverwaltungswirtschaft".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.07.2026
Der Historiker Peter Fäßler legt für den Rezensenten Matthias Arning eine interessante und aufschlussreiche Studie zur deutsch-deutschen Wirtschaftslage bis 1990 und zu ihrem Erbe vor. 1971 erging von Breschnew der Erlass an die DDR, die BRD wirtschaftlich hinter sich zu lassen und den Lebensstandard zu verbessern- das funktionierte aber nicht so gut: Während Westdeutschland das Wirtschaftswunder erlebt, wird der Arbeiter- und Bauernstaat von einer "ökonomisch provozierten Existenzkrise" heimgesucht, Trabi und Käfer sind automobile Konkurrenten. Die Wirtschaften der beiden Länder entwickeln sich eigenständig, kommen aber immer wieder in Kontakt miteinander, erfahren wir und die DDR zieht in diesem ökonomischen Wettstreit schnell den Kürzeren. Fäßler arbeite außerdem heraus, wie unterschiedlich beide Staaten von den Sanktionen und Reparationszahlungen nach dem Krieg betroffen sind. Es seien aber nicht primär wirtschaftliche Entscheidungen gewesen, die den Staat zu Fall brachten, sondern vor allem Schwächen des Systems. Auch die Folgen für die Gegenwart beleuchte Fäßler: immer noch kein Dax-Unternehmen hat seine Niederlassung im Osten und Führungspositionen sind immer noch überwiegend in westdeutscher Hand - so leistet das Buch des Historikers für den Kritiekr einen wichtigen Beitrag zu einer immer noch aktuellen Debatte.
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