Aus dem Englischen von Matthias Wolf. Von Spottversen und Satiren über Karneval, Theater und Akrobatik bis hin zu Schaukämpfen, Quizzen und den Vorformen von Fußball und Tennis: Die italienische Renaissance war besessen von Spiel und Wettbewerb. In seinem ebenso unterhaltsamen wie gelehrten Essay leuchtet Peter Burke, der große Kenner der Epoche, das ganze erstaunliche Spektrum der mal ordinären, mal kultivierten Lustbarkeiten aus. Quer durch die Gesellschaftsschichten genossen die Massen die Möglichkeit des Ausbruchs aus den strengen Konventionen im Spiel. Zugleich kanalisierten viele "Regeln der Unordnung" die Subversion unversehens. Dennoch wetterten Kirchenmänner und Humanisten gegen Gewalt, Blasphemie und Obszönität des Spiels und drängten auf eine Bändigung seiner Zügellosigkeit. Ein wichtiger Beitrag zur Kultur der italienischen Renaissance, die sich in Burkes Blick als Zeitalter göttlicher, aber auch teuflischer Komödien präsentiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2023
Interessiert, aber nicht völlig überzeugt, liest Rezensent Benjamin Paul Peter Burkes Arbeit zum Spiel in der Renaissance. Spiele waren immer Gegensatz gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, stellt der Rezensent klar, dennoch kann es sinnvoll sein, sich auf eine Ära wie eben die Renaissance zu konzentrieren, in der die moralischen Urteile über diverse Formen des Spiels bisweilen besonders heftig ausfielen. Seinen Begriff des Spiels holt sich Burke von Johan Huizinga, weiß Paul, wodurch auch die spielerischen Elemente der Hochkultur in den Blick kommen. Kunsthistorische Fragen etwa hinsichtlich hyperrealistischer Malerei fallen dabei laut Rezensent unter den Tisch. Dass Burke das Spiel tendenziell der intellektuellen Tiefe beraubt, leuchtet Paul nicht ein, da seiner Meinung nach gerade in der Renaissance im Spiel auch Schwerwiegendes verhandelt wurde. Insgesamt bleibe das Buch zu sehr an der Oberfläche, fasst Paul seine Kritik zusammen.
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