Percy Kemp

Die Obsession des Leslie Moore

Roman
Cover: Die Obsession des Leslie Moore
Argon Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783870245733
Gebunden, 172 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Veronika Cordes. Eigentlich soll der erfahrene Agent Leslie Moore nur einen russischen Mafioso observieren. Die distanzierte Überwachungstechnik der Kameras und Mikrophone fasziniert Moore von jeher, doch er wird dabei immer mehr zu einem Berufsbeobachter, den nichts mehr wirklich berührt. Der souveräne Verführer sehnt sich nach neuer Leidenschaft. Neugierig, ein bisschen exzentrisch und stets charmant sucht er nach dem Geheimnis der perfekten Berührung. So beginnt eine nicht alltägliche Entdeckungsreise ins Reich der Sinne.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2003

Niklas Bender beschreibt dieses Buch als eine Mischung aus Agentenroman und philosophischer Versuchsanordnung, und genau hier sieht er auch das grundsätzliche Problem des Romans. Der britische Agent Leslie Moore observiert einen russischen Mafiosi, der in verbrecherische Atomgeschäfte verwickelt ist, wobei Moore währenddessen zunehmend zum "Autisten" wird. Nachdem der Agent zunächst nur gewisse Missempfindungen an seinem Körpers erlebt, endet er in fast völliger Empfindungslosigkeit und Entfremdung zur Außenwelt, umreißt Bender die Handlung des Buches. Er findet, dass Percy Kemp durchaus "plastisch und konzise" beschreiben kann. Ihm gefällt eigentlich auch der "ironisch distanzierte" Tonfall und die "überzeugende" Milieubeschreibung. Doch um zu funktionieren, hätte der Autor sein Buch entweder "zur philosophischen Fabel abmagern oder aber üppig mästen müssen", kritisiert der enttäuschte Rezensent. So aber wirkt es streckenweise eher wie ein "philosophische Etüde" als wie ein Roman, moniert Bender. "Amüsant" und durchaus "intelligent", aber leider "blutleer", so lautet deshalb das abschließende Urteil des Rezensenten.
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