Aus dem Schwedischen von Kristina Maidt-Zinke. Die Ideale der Aufklärung werden oft in der Parole der Französischen Revolution, "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", zusammengefasst. Dieser Wortlaut kommt uns heute ein wenig unzeitgemäß vor. "Freiheit" ist von der politischen Rechten beschlagnahmt und wird in diesen Kreisen zumeist auf "ökonomische Freiheit" reduziert. "Brüderlichkeit" schließt die weibliche Hälfte der Bevölkerung aus. Eine modernisierte Version der Parole wäre "Rationalität, Gleichheit, Demokratie".
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.04.2021
Rezensent Eike Gebhardt ist einverstanden mit Per Molanders These, dass Bildung der Schlüssel sei zur Aufklärung und damit auch zu einer verträglichen, dem Gemeinwohl verhafteten Demokratie. Der Kapitalismus könne das nicht garantieren. Wichtig sei Molander auch das Ideal der Allmende. Auch damit erklärt sich Gebhardt einverstanden. Nur Molanders Beharren auf der Vernunft, die es - von genügend Bildung unterfüttert - am Ende richten werde, erscheint dem Rezensenten nicht schlüssig: zu "problematisch" erscheint ihm der Begriff der Vernunft.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.02.2021
Rezensent Eike Gebhardt liest Per Molanders Arbeit über neoliberale Ideologien fast durchgehend mit Zustimmung, Interesse und Spannung. In "Condorcets Irrtum" greife der Autor vor allem den naiven Glauben an, der von staatlichen Eingriffen befreite Markt werde den Fortschritt schon herbeiführen - jenen Fortschritt, den die Aufklärung, ihrerseits naiv gegenüber dem Potential freier Bildung, vor dreihundert Jahren versprochen hat. Größtenteils "wohlbegründet" findet Gebhardt Molanders Kritik, zum Beispiel am Bildungswesen, anhand dessen der Autor beschreibt, wie die neoliberaler Ideologie aufklärerische Werte und damit auch das demokratische System unterwandert. Ein bisschen zu einfach macht es sich Molander allerdings, wenn er Aufklärung, Vernunft und Befreiung gleichsetzt, ohne den Vernunftbegriff an sich zu hinterfragen, so der Rezensent.
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