Aus dem Englischen von Susanne Dahmann. Tics und Zwangshandlungen, Wortkaskaden, unkontrollierbare Wut, unüberwindbare Berührungsängste vor den Buchstaben x, z, y, vor der Farbe Rot, vor Wärme, Milch und dem Geräusch, das entsteht, wenn sein Banknachbar eine Möhre kaut: Seine ersten zwanzig Lebensjahre verbringt Pelle in einem Gefängnis aus ritualisierten Bewegungsabläufen, immer auf dem Grat zwischen Kontrolle durch Zwang und berstender Wut. Schließlich braucht er aber Stunden, um eine Türschwelle zu überschreiten, den halben Tag, um sich an- oder auszuziehen: man wird ihm später eine 97-prozentige Schwerbehinderung bescheinigen. Ein Radiobeitrag über das Tourette-Syndrom bringt Rettung, Pelle weiß nun, es gibt noch mehr Leute wie ihn.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2009
"Aufregender als viele Krimis" fand Rezensent Oliver Tolmein diese Krankheitsgeschichte von Pelle Sandstrak. Es ist eine persönliche Geschichte, wie Tolmein erklärt, die auf statistische Daten zum Thema bewusst verzichtet. Vielmehr geht es darum, allen "Nicht-Tourettern" zu zeigen, welches Gefühl damit verbunden ist, das Tourette-Syndrom zu haben. Beeindruckt war Tolmein dabei vor allem von der Geschichte, wie Sandstrak innerhalb von 64 Tagen lernt, ohne Rituale vom Wohnzimmer in die Küche zu gehen - eine Geschichte, die für ihn beispielgebend ist, um eigene Ängste zu bewältigen. Es ist die Anschaulichkeit, die Tolmein an diesem Buch immer wieder hervorhebt und die ihn auch überzeugt, dass Pelle Sandstrak die Voraussetzung für einen besseren Umgang mit Menschen, die mit dem Tourette-Syndrom leben, geschaffen hat.
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