Aus dem Tschechischen von Marcela Euler, Silke Klein und Ales Puda. Pavel Kohout erzählt seine Wandlung vom überzeugten Kommunisten zum freiheitsliebenden Demokraten, das Schicksal von Tausenden in Osteuropa. Den Prager Frühling gestaltet Kohout als Wortführer mit. Dieser wird zur Achse, an der sich sein Leben spiegelt: Vorher meistgespielter Stückeschreiber der CSSR und treues KP-Mitglied, nachher führender Dissident, der Partei und des Landes verwiesen, seine Stücke verboten. Sein Leben eine Entscheidung gegen die Ideologie und für die Freiheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2011
Wie ein Theaterstück oder ein Roman lesen sich für Rezensent Hans-Peter Riese die nun vorliegenden Erinnerungen des tschechischen Autors Pavel Kohout. Das wundert ihn nicht weiter, beschreibt sich Kohout doch selbst als "leidenschaftlichen Darsteller" seines eigenen Schicksals. Anerkennung zollt er dem Autor dafür, seinen Hang zur Inszenierung seines Lebens offen zu benennen. Dass dieses Leben von Widersprüchen, Anfeindungen und Rückschlägen geprägt war, wird in "Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel" für Riese sehr deutlich. Er schätzt Kohout als bedeutenden Zeitzeugen der politischen und intellektuellen Dramen des 20. Jahrhunderts und wünscht ihm, er möge auch in Deutschland wieder mehr als Literat wahrgenommen werden. Denn seine Beschreibungen etwa seiner Exilheimat Österreich zeichnen sich in seinen Augen durch "literarische Brillanz" aus.
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