Paulo Lins

Die Stadt Gottes - City of God

Roman
Cover: Die Stadt Gottes - City of God
Blumenbar Verlag, München 2004
ISBN 9783936738124
Gebunden, 496 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Nicolai von Schweder-Schreiner. "Fehlt das Wort. Spricht die Kugel." Sie spielen Fußball, sitzen mit einem Joint am Ufer, malen sich eine bessere Zukunft aus. Dann planen sie den ersten Überfall. Die verzweifelten und bisweilen genauso liebenswürdigen Helden dieses Romans sind die Kinder der "Stadt Gottes", "Cidade de Deus", des berüchtigten Armenviertels in Rio de Janeiro. Paulo Lins, selbst in der "Cidade" aufgewachsen, ist mit seinem Roman eine große Sozialreportage über den Kreislauf von Armut und Gewalt gelungen. Das Buch basiert auf Interviews und wahren Geschichten, und das Erstaunliche dabei ist: man beginnt das Lebensgefühl der jungen Gangster zu verstehen. Die Verfilmung des Stoffes unter dem Titel "City of God" wurde ein weltweiter Erfolg und für mehrere Oscars nominiert. "Ein Epos, ein Meisterwerk, ein unvergesslicher Film", schrieb die Süddeutsche Zeitung. Erst das Buch aber erzählt die ganze Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.01.2005

"Die Stadt Gottes" von Paulo Lins ist die Geschichte eines Bandenkrieges im Elendsviertel am Rande von Rio de Janeiro, wo wahllos geplündert, gemordet und vergewaltigt wird und wo Minderjährige ihre eigenen Brüder und Freunde töten. In der "Cidade de Deus" ist der Gangster der "Popstar" des sozialen Milieus. Der Autor kennt das Leben der Favelas aus eigener Erfahrung und beschreibt es mit der "Nüchternheit eines Sozialstatistikers". Rezensent Thomas Thiel ist begeistert von der "klugen Zurückhaltung" des Erzählers, durch die die Gewalt "unangestrengt" und "natürlich", geradezu "lasziv" daherkomme. Der Leser begreife die "innere Systemlogik der Favela" und akzeptiere die "Beiläufigkeit des Mordens". Weil er die Motive der Figuren versteht, entwickelt er am Ende selbst für Locke, "den skrupel- und gedankenlosesten aller Gangster", Sympathie und darin sieht der Rezensent das "Genie" des Autors begründet. Einzig einen Mangel an erzählerischer Ökonomie macht er Lins zum Vorwurf, der die Geschichte in zu viele Stränge aufdrösele. Diese bekomme am Ende aber wieder Tempo und stürze "unwiderstehlich" der Schlussszene entgegen.
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