Moskovian Kinder

Gans Verlag, Berlin 2024
ISBN
9783946392378
Gebunden, 150 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Moskovian Kinder ist ein Text über Kindergangs in den schrundigen Vierteln der Großstädte, über eine erste fragile Liebe, über Einsamkeit und Sehnsucht und den Verlust einer magischen Welt. Paul Watermann erschafft in einem Mosaik aus Texten eine absurde und fantastische Welt in der es Möwen in roten Anzügen, Jugendliche mit übernatürlichen Fähigkeiten, Fischfrauen in bunten Badeanzügen und eben jene Moskovitischen Kinder gibt, von denen man gar nicht so genau weiß, ob sie wirklich Kinder sind.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 13.05.2025
Ein außergewöhnliches Leseerlebnis macht Rezensent Michael Wolf mit Paul Wassermanns Buch. Das besteht aus Prosaminiaturen, die Wolf an Lyrik erinnern, thematisch geht es um eine Gruppe junger Menschen, die von hier und da stammen und jetzt gemeinsam trinken und lieben und andere Dinge tun. Moskau spielt dem Titel zum Trotz höchstens am Rande eine Rolle, lesen wir bei Wolf, eher ist das ein Buch über die Jugend, wobei Jugend in diesem Fall weniger eine Zeit ist als ein Raum, und zwar einer, in dem man es nicht allzu lange aushält. Traurigkeit dringt aus diesem Buch, findet Wolf, dem die sinnlichen Qualitäten dieser Prosa gefallen, der einzelne Sätze wichtiger sind als das Kontinuum. "Schwer und zugleich leicht" ist diese Prosa, schwärmt der Kritiker, wie "Steinbrocken und Spielzeug" zugleich: "Liebe ist eine Möwe, die in einem Samtanzug deplatziert aussieht und der Tod ist genau das Gleiche."
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 02.12.2024
Ein schönes Buch ist Paul Watermann hier gelungen, findet Rezensent Nico Bleutge. Über dessen Inhalt erfahren wir nicht viel, es gibt jedenfalls eine Mehrzahl an Personen und Geschichten, eine von ihnen denkt sich etwa einen Leuchtturm aus und bezieht ihn schließlich selbst. Bleutge beschreibt, wie das Buch von verschiedenen Stimmen durchweht ist, manche sind mehr, andere weniger deutlich vernehmbar, oft werden Außenseiterperspektiven artikuliert, außerdem geht es um Kindheit und Jugend. Konkrete Verweise wie etwa das "Moskovian" des Titels führen oft eher in die Irre, wobei andererseits reale Problemlagen wie Kriege oder Heimatverlust durchaus mitverarbeitet werden in dieser vom Staunen und dem weltverändernden Potential der Kunst ausgehenden Prosa. Klangfarben und Rhythmus spielen hier oft die Hauptrolle, heißt es weiter, insgesamt ist der Rezensent ziemlich angetan von diesem außerdem ziemlich humorvollen Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2024
Rezensent Jan Wilm freut sich über den ästhetischen Mut des Debüts von Paul Watermann und das Engagement des kleinen Berliner Verlages, der das Buch herausbringt. Gäbe es dieses Genre in Deutschland, Wilm würde den Text, einen Zwitter aus Erzählung, Langgedicht und Roman, der "outsider literature" zurechnen. Erfrischend findet er, einmal nicht mit Figuren-Psychologie konfrontiert zu werden. Stattdessen bietet ihm Watermann entlang der collagierten Geschichte um einige "punkige" Jugendliche Reimstrukturen, Inversionen, Assonanzen, "atomisierte" Bilder. Auf der "Mikroebene" der Sprache vor allem überzeugt ihn der Text. Erquicklich anders als das übliche Massen-Lesefutter ist das Buch allemal, versichert Wilm.