Herausgegeben von Karin Weiss und Dietrich Thränhardt. Zuwanderer in Deutschland haben ein reiches Vereinsleben und damit ein wesentliches Element unserer pluralistischen Gesellschaft geschaffen. Nach einem Überblick über den Stand der Fachdiskussion zur Frage der Selbsthilfe von Zuwanderern werden Typen und Zielsetzungen der Vereine charakterisiert, deren Orientierung auf Herkunfts- und Aufenthaltsland, die Kapazitäten zur Mobilisierung und Akkulturierung der Migranten, die Unterschiede in der Organisationsentwicklung zwischen den einzelnen Gruppen und die Beteiligung von Frauen und Männern. Fallstudien zeigen, wie und inwieweit türkisch-alevitische, spanische, italienische und vietnamesische Vereine in ihren Gruppen soziales Kapitel schaffen. An den Beispielen Nordrhein-Westfalens, der neuen Bundesländer und der Städte München und Münster werden öffentliche Unterstützungs- und Förderungskonzepte vorgestellt. Anhand der Daten des Bundeszentralregisters wird zum ersten Mal ein quantitativer und qualitativer Gesamtüberblick über alle Zuwanderervereine gegeben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2006
Überaus instruktiv findet Janine Dahinden diesen von Karin Weiss und Dietrich Thränhardt herausgegebenen Sammelband über Migrantenvereine. Gerade angesichts der aktuellen Debatten um "Desintegration" und "Selbstabschottung" von Migranten würdigt Dahinden den differenzierten Blick, den die Beiträge auf das Phänomen werfen. So verdeutlicht Martin Sökefelds Beitrag für Dahinden, dass Selbsthilfeorganisationen von Migranten nicht schematisch je nach ihrer Ausrichtung auf das Einwanderungs- oder das Heimatland als positiv oder negativ zu qualifizieren sind. Gelungen erscheint ihr auch Dietrich Thränhardts Beitrag über die Erfolgsgeschichte der spanischen Elternvereine in Deutschland. Thränhardt entkräftige das Argument, Migrantenvereine bildeten zwingend soziale Isolate und Keimzellen eines "Parallelstaates". Fazit der Rezensentin: der Band besticht durch seine "gelungene Übersicht einer aktuellen Diskussion".
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…