Paul Harding

Sein Garten Eden

Roman
Cover: Sein Garten Eden
Luchterhand Literaturverlag, München 2024
ISBN 9783630873787
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Silvia Morawetz. Apple Island, im Jahr 1793: Der Schwarze Benjamin Honey, ein ehemaliger Sklave, und seine irische Frau Patience lassen sich auf einer kleinen Insel vor der Küste von Maine nieder. Für Benjamin ist es das Paradies. Hier legt er einen Obstgarten an mit den Samen unterschiedlicher Apfelsorten, die er in zwölf Jutesäckchen mitgebracht hat. Mehr als ein Jahrhundert später leben die Nachkommen der Honeys noch immer auf der Insel, zusammen mit einer exzentrischen Gruppe von Nachbarn. Arm, isoliert, aber geschützt vor den Anfeindungen, die sie auf dem Festland erwarten würden. Dann taucht im Sommer 1912 Matthew Diamond auf, ein pensionierter Lehrer, der mit missionarischem Eifer die Kinder auf Apple Island unterrichtet. Ein Mann mit guten Absichten, dessen Idealismus aber nie ganz frei von Vorurteilen ist. Seine Anwesenheit erregt die Aufmerksamkeit der staatlichen Behörden und löst eine Lawine unheilvoller Ereignisse aus.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.09.2024

Inspiriert von der Geschichte der Insel Malaga erzählt Pulitzer-Preisträger Paul Harding von einer Gruppe Menschen, die vor der US-amerikanischen Küste mehr als ein Jahrhundert lang ein unberührtes, ein fast freies Leben führen können, ein Leben, in dem "mixed race"-Familien normal sind und in dem es keinen Rassismus gibt, berichtet Rezensentin Marie Schoeß von ihrer Lektüre. Zumindest ist das Inselleben auf diese Weise unbeschwert, bis ein junger Missionar auf die Insel kommt, einige Veränderungen anregt und letztlich dafür verantwortlich ist, dass die Gemeinschaft brutal auseinandergerissen wird, erklärt sie. Davon schreibt Harding "ohne falsche Romantik", aber mit einem sich behutsam nähernden Blick auf das Gefühl, wie es gewesen sein könnte, schließt sie.