Matthias Nawrat

Reise nach Maine

Roman
Cover: Reise nach Maine
Rowohlt Verlag, Hamburg 2021
ISBN 9783498002312
Gebunden, 224 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Ein Mann - er ist Schriftsteller von Beruf, nachdenklich und ein wenig konfliktscheu - will die USA bereisen. Zunächst nach New York City, dann weiter Richtung Maine. An seiner Seite eine meinungsstarke Osteuropäerin, die seit dreißig Jahren im Fränkischen zu Hause ist: seine Mutter.
Von Beginn an liegt ein Schatten auf der Unternehmung: Donald Trump ist seit kurzem Präsident der angeschlagenen Nation, und Celina hat ihrem Sohn kurz vor der Abreise eröffnet, dass sie, anstatt die zweite Reisewoche bei einem Jugendfreund in Texas zu verbringen, die ganze Zeit mit ihm zusammenbleiben wird. Dann hat sie auch noch einen Unfall. Mit gebrochener Nase und zwei blauschwarzen Veilchen zieht sie überall die Aufmerksamkeit wohlmeinender Fremder auf sich.
Der leise Ärger des Sohnes wird zunächst von Sorge überlagert. Auf der Autoreise an die Küste Neuenglands aber beginnt ein Konflikt aufzubrechen, der viel darüber verrät, wie Männer mit Frauen, wie Mütter mit Söhnen sprechen, ein Konflikt, der nicht nur das Leben der beiden und ihr Verhältnis zueinander prägt. Davon erzählt Matthias Nawrat in sehr komischen, fein austarierten Szenen. Immer im Hintergrund: America the beautiful, der derangierte Sehnsuchtsort.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.10.2021

Rezensentin Jutta Person liest Matthias Nawrats Roman über eine Mutter-Sohn-Reise im Sommer 2018 nach New York und weiter bis nach Maine mit Rührung. Wie der Autor das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn und die darunter liegenden Emotionen sowie die Umgebung und Zufallsbekanntschaften beschreibt, oft beiläufig, "aus dem Augenwinkel", findet Person stark, weil trotz aller Beiläufigkeit treffend. Heraus kommt laut Person ein "uramerikanisches Alltagspanorama" und ein komisches, feinfühliges, manchmal melancholisches Porträt von Mutter und Sohn.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2021

Rezensent Jan Wiele scheint gerührt von Matthias Nawrats Roman über eine Reise von Mutter und Sohn nach New York und weiter nach Maine. Da ist für ihn Nawrats beiläufige, manchmal Komik evozierende Art, Dialoge und Beobachtungen hinzuschreiben, die ihn an Jarmusch erinnert, und da ist der Generationenkonflikt im Zentrum des Textes, der letztlich nur zeigt, wie ähnlich sich Mutter und Sohn trotz aller Unterschiede doch sind. Von Entfremdung, erkennt Wiele, erzählt der Text aber auch, und zwar auf subtil traurige Weise.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2021

Paul Jandl lernt die Ambivalenz einer, möglicherweise auch aller Mutter-Sohn-Beziehungen kennen mit Matthias Nawrats neuem Roman. Die im Buch in Echtzeit wiedergegebene Reise von Bamberg nach New York und weiter nach Maine lässt den aufmerksamen Leser laut Jandl ein "feines Gespinst" um Mutter und Sohn erkennen. Dass die eigentliche Reise zwischen Außen- und Innenwelt stattfindet, entgeht Jandl nicht, ebensowenig die Abgründigkeit unter der mit einer "schimmernden Sprache" bedeckten Oberfläche. Dass bei alldem noch Platz ist für Dialoge wie von Loriot, scheint Jandl fast zu viel des Guten.

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