Paul Fleming

Ich habe satt gelebt

Gedichte
Cover: Ich habe satt gelebt
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783458193203
Kartoniert, 116 Seiten, 12,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Thomas Rosenlöcher. Mit Illustrationen. Wer kennt nicht das Gedicht: "Wie er wolle geküsset sein?" Eine Kussanleitung, die gleichwohl alle Regeln ablehnt: "Ich nur und die Liebste wissen / wie wir uns recht sollen küssen." - So ist das oft bei Paul Fleming: Aus der Konvention heraus findet er plötzlich zu Wärme und Frische, vor allem in den Liebesgedichten, die im Mittelpunkt dieser Auswahl stehen. Kaum ein Dichter, der wie er am Verlauf seines Lebens entlanggeschrieben hat. Das beginnt mit dem vom Dreißigjährigen Krieg heimgesuchten Leipzig. Das setzt sich fort mit Flemings glücklichster Zeit, dem Jahr seiner Revaler Liebe. Das geht weiter mit jener Persienreise, durch die er seine Braut an einen anderen verlor. Und doch hält Fleming an der erstaunlichen Nachricht fest, dass nichts uns fehlen muss, wenn wir uns selber haben: "Sei dennoch unverzagt."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2009

Ja, das ist Barockliteratur, meint der Rezensent Alexander Kosenina. Und ja, das heißt: Hier spricht beziehungsweise schreibt ein rhetorisch gewitzter Autor und kein romantisches Originalgenie. So fremd wie der Nachwortautor Thomas Rosenlöcher muss man sich damit jedoch keineswegs fühlen, versichert Kosenina im nächsten Zug. Durchaus frisch nämlich lese sich vieles, das Fleming in seinem allzu kurzen Leben - er starb mit dreißig an der Grippe - verfasste: nicht zuletzt sein vielleicht berühmtestes Gedicht, in dem es doch immerhin um die Kunst des Küssens geht. Und in mancher Reflexion des lyrischen Ich erweise sich der Autor als einer, der beinah modern das Bewusstsein eines Selbst von sich selbst registriert. Also: Eine Wiederentdeckung ist zu machen, aus diesen Gedichten spricht, so Kosenina, ein mitunter "blitzfunkelnder Relativist".
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