Maria von Medici hasste ihren Sohn und intrigierte gegen ihn. Im Gegensatz dazu steht Katharina, die als Mutter und Politikerin ihre Fähigkeiten uneingeschränkt in den Dienst ihrer Söhne Karls IX. und Heinrichs III. und des Staates stellte. Anna von Österreich, die spanische Königstochter, verbindet die Eigenschaften einer lieben Mutter mit der einer verständnisvollen Regentin, verachtet von ihrem Mann, Ludwig XIII., und verleumdet von späteren Historikern. Tatsächlich übergab sie ihrem ältesten Sohn ein befriedetes, einheitliches Reich und schuf die Grundlagen, die Ludwig XIV. zum "Sonnenkönig" werden ließen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.10.2003
Ganz entschieden gefallen haben Caroline Schnyder die drei "markanten Porträts" der französischen Herrscherinnen des 16. und 17. Jahrhunderts durch Anka Muhlstein. Die französische Historikerin analysiere nicht, sondern erzähle die Lebensbilder der Königinnen, findet die Rezensentin, die ihre Doppelrolle als Mutter und Regentin höchst unterschiedlich spielten. Zudem sei Muhlstein bei ihren Charakterisierungen mit "Engagement und Gespür für die sinnfällige Episode" vorgegangen, schreibt die Rezensentin begeistert. Anhand der sich "überschneidenden" Lebensläufe Katharina von Medicis, Maria von Medicis und Anna von Österreichs zeichne die Autorin nicht bloß ein "Porträt des französischen Königshofes" dieser Epoche, sondern auch "das einer Zeit aus der Vogelschau der Mächtigen".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.10.2003
Anka Muhlsteins "Königinnen auf Zeit" hat Rezensent Hans Pleschinski rundum überzeugt. Ebenso "spannend" wie "lehrreich" findet er die Sammelbiografie, in der die französische Historikern Katharina von Medici, Maria von Medici und Anna von Österreich Revue passieren lässt, drei herausragende Frauengestalten der europäischen Geschichte also, die für ihre minderjährigen Söhne regierten. Wie Pleschinski berichtet, wurde den Regentinnen vom Leben nichts geschenkt. Nichtsdestoweniger hätten sie es verstanden sich zu behaupten, wobei sie in der Wahl ihrer Methoden nicht zimperlich waren. "Die Fulminanz, der Pomp und Jammer ungeschützter Leben der Spätrenaissance und des Frühbarock", so Pleschinski, "treten dem Leser aus dem Buch schauerlich verführerisch entgegen." Insgesamt würdigt er Muhlsteins Buch als einen "seltenen Genuss", zeige es doch, "was weibliche Herrschaft bedeuten kann".
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