Was haben ein Calabrese und ein Schweizer gemein? Vielleicht mehr, als man denkt. Zwei Architekten kämpfen in Patrick Maisanos Romandebut "Mezzogiorno" um die Vorherrschaft des Erzählens, sie überbieten einander beim Fabulieren, gehen dabei weit in die Kindheit und wieder zurück in die Gegenwart. Da ist, auf beruflichem Feld, gerade eine Einfamilienhaussiedlung zu planen, privat geht es vor allem um die Bürokollegin Melanie, die beiden den Kopf verdreht. Die Frage, was unser Leben ist, was davon wahr und was beschönigende Erfindung, stellt dieses Buch auf raffinierte Weise neu. "Mezzogiorno" handelt von scheinbar unterschiedlichen Biografien aus unterschiedlichen Kulturen, und doch geht es um das, was die Menschen verbindet: um die Familie. Welches Verhältnis hat der Onkel aus Kalabrien zur schweizerischen Mutter eines der Helden? Kann es wirklich sein, dass sein Neffe etwas mit der eigenen Cousine hat? In "Mezzogiorno" bleibt die Familie eine große und schöne Utopie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2014
Patrick Maisanos neuer Roman "Mezzogiorno" hat Rezensentin Martina Läubli äußerst gut gefallen. Sie preist das Buch als gelungenes erzählerisches Experiment von hoher Aktualität. Die Kritikerin begleitet hier die beiden Architekten Tom und Patrick, beide halb Italiener, halb Schweizer, die sich in leidenschaftlichen Wortgefechten über ihre Herkunft austauschen: Während Tom heißblütig seine Sehnsucht nach Italien beteuert und von italienischer Küche, Lebensart und Frauen träumt, betont Patrick realistisch-nüchtern seine Schweizer Herkunft und lobt die Verlässlichkeit. Die Rezensentin lässt sich gern auf dieses Spiel mit Stereotypen ein und stellt während der Lektüre fest, dass auch manches Klischee durchaus in ihrem Kopf vorherrscht. Nicht zuletzt hat sie sich mit diesem schwungvollen Roman bestens amüsiert.
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