Patrick Hamilton

Hangover Square

Eine Geschichte aus dem finstersten Earl's Court. Roman
Cover: Hangover Square
Dörlemann Verlag, Zürich 2005
ISBN 9783908777045
Gebunden, 380 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Miriam Mandelkow. London 1939. In der unerbittlichen Welt der Pubs im Londoner Stadtteil Earl's Court gibt sich George Harvey Bone einer hilflosen Vernarrtheit hin: Netta ist kühl, voller Verachtung und hoffnungslos begehrenswert. George treibt in einer Hölle der Trunkenheit. In seinen "toten" Momenten jedoch, wenn etwas in seinem Kopf "klick" macht, erkennt er ohne den geringsten Zweifel, daß er Netta töten muß ... In seinem düster-komischen Roman Hangover Square evoziert Patrick Hamilton die heruntergekommene, rauchverhangene Welt der Pubs, Pensionen und versoffenen Philosophen - in einem London voller dunkler Vorahnungen in den Monaten vor Kriegsausbruch. Patrick Hamilton erstmals in deutscher Übersetzung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.11.2005

Stephan Maus ist von diesem Roman, der im London der 30er Jahre spielt und in dessen Mittelpunkt der "tumbe Tor" Georg Harvey Bone steht, sehr eingenommen. Bone wird von seiner Angebeteten Netta und ihrer Clique nach Strich und Faden gequält und ausgenutzt, während er sich in einer "Parallelwelt" immer wieder in Tötungsfantasien des angehimmelten "Luders" ergeht, fasst der Rezensent zusammen. Er ist vom "zähnefletschenden Sarkasmus" und dem "lakonischen Humor" des britischen Autors, der bereits 1962 gestorben ist, fasziniert. Und auch wenn er bedauert, dass Hamilton seinen Protagonisten "nur wenig Geheimnisse lässt" und man alle ihre Charaktereigenschaften allzu deutlich präsentiert bekommt, wo Andeutungen fesselnder gewesen wären, so kann Maus nicht umhin, dem Autor zu attestieren, dass er sein "konservatives Prosahandwerk" dennoch "ganz ausgezeichnet beherrscht". Am Ende will der Rezensent gar alle Kritik wieder zurücknehmen, denn die "vielen schönen Passagen" des Romans begeistern ihn eben doch und er sieht sich vom "Leidensweg des Helden" in den Bann gezogen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2005

"Hangover Square" gehört laut Michael Schmitt zu den späten Romanen Patrick Hamiltons (erschienen 1941) und profitiere eindeutig von dessen Erfahrungen als Bühnenautor. Kurz und knapp seien die Dialoge, effektsicher die einzelnen Szenen gestaltet, kontrastreich die Wechsel zwischen den inneren Zustandsbeschreibungen der Hauptfigur, eines linkischen, labilen und hoffnungslos liebenden Mannes, und den Londoner Milieubeschreibungen kurz vor Kriegsanfang. Rezensent Michael Schmitt porträtiert kurz den Erfolgsautor Hamilton, der in den 30er Jahren große Erfolge als Bühnen- und Romanautor feierte und den heute kaum noch jemand kennt. Zwei seiner Bühnenstücke wurden verfilmt, "Rope" von Alfred Hitchcock und "Gaslight von George Cukor. Sicherlich handhabt der Autor den Einsatz der wechselnden Perspektiven nicht immer ganz konsequent, gesteht Schmitt ein, auch die Nebenfiguren seien nicht immer ordentlich mit der Handlung verknüpft, aber letztlich würden diese Schwächen nur das zentrale Anliegen des Buches betonen, nämlich die seelischen Störungen von Hamiltons Helden, der "ebenso lächerlich wie herzzerreißend" ist.
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