Pascale Kramer

Zurück

Roman
Cover: Zurück
Arche Verlag, Zürich 2004
ISBN 9783716023334
Gebunden, 190 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Andrea Spingler. Ein Roman über Zurück-Kommen und Nicht-Ankommen, über verdrängte Schuld und unbändige Liebe, erzählt von einer "Meisterin des Minutiösen" (Neue Zürcher Zeitung). Die Szenen lesen sich wie Bilder eines Films, wahrgenommen mit dem Kamera-Auge des Protagonisten: Präzise, schonungslos und mit raffinierten Schnitten. Das packende Psychogramm eines Familienlebens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.03.2005

Eine verwickelte Geschichte erzählt Pascale Kramer in diesem Roman, liest man die Beschreibung des Rezensenten Kai Wiegandt: Der junge Adrien lernt auf dem Geburtstag seines Urgroßvaters eine Familie kennen, die ihn fortan beschäftigen wird. Schon auf der Feier versucht Adrien, jede erdenkliche Geste der Familienmitglieder, und besonders von Familienoberhaupt Raphael, zu deuten. Dieses "close up", so der Rezensent, setzt sich fort als Adrien bei der Familie in eine Dachkammer zieht und auf verschiedene Geschehnisse aus der Vergangenheit stößt. So entsteht laut Rezensent "die Zirkulation von Bildern und Erinnerungen zwischen den Charakteren", die den Reiz des Romanes ausmachen. Und dies vor allem aufgrund der Konfigurationen: Während Adrien und Raphaels Tochter Nina ein gewisses Wissen teilen, tun dies auch Raphael und Nina unter Ausschluss Adriens. Dabei entstehe um Raphael, dem Adriens eigentliches Interesse gelte, eine geheimnisvolle, spannungsgeladene Aura. Und doch hat der Rezensent etwas einzuwenden: Denn so stark Kramer Interesse und Begabung für Detailbeobachtung - vor allem von Gesten - auch sei, sie begehe den Fehler, die beobachteten Gesten zu kommentieren, anstatt sie einfach stehen zu lassen. Und doch, wundert sich der letztendlich zufriedene Rezensent, gelingt es dem Roman trotz dieses Mankos, eine ungeheure Spannung zu erzeugen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2005

Die "Atmosphäre" in Pascale Kramers neuestem Roman hat Rezensent Samuel Moser am meisten beeindruckt: Auf eine fast schon "unheimliche" Art empfinde der Leser die Stimmungen des jungen Adrian, des Protagonisten, aus dessen Sicht die kriminalromanartige Geschichte einer Familie erzählt wird. Dabei verzichte die Autorin auf "eindeutige Höhen und Tiefen"; sie lässt vielmehr Glück auf Unglück "in einem so raschen Wechsel" aufeinander folgen, dass jeder Kontrast "verschwimmt" und ein "einheitlicher Druck" auf alle Personen entsteht. Parallelen zum vorigen Roman Kramers, der die Autorin in Deutschland bekannt gemacht hatte, gibt es abgesehen von der vom Rezensenten viel beschworenen "Atmosphäre" wenige: Brauchte Kramer im früher noch ein "unerhörtes Ereignis" als Einstieg in die Erzählung, ist selbiges im aktuellen Buch nur noch "logische Folge". Der Leser ahnt bereits, dass etwas "Dunkles" auf ihn zukommt, spürt die "Spannung", die man aus Krimis kennt und - so das Urteil des Kritikers - wird gefesselt von einem "kurzen, heftigen Entwicklungsroman".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.12.2004

Martin Zingg ist fasziniert, aber dennoch nicht ganz zufrieden: ein Roman von "rätselhafter Intensität", der jedoch nicht immer den richtigen Ton trifft. Es geht um eine Familie, die nach Jahren urplötzlich aus dem Ausland zurück nach Hause kommt. Der 17-jährige Adrien, ein Verwandter, ist fasziniert von den Heimkehrern, besonders vom Vater Raphael und der kleinen Nina. Einige Jahre später wird er ihr Untermieter und "blickt in eine Welt, die gleichermaßen anziehend wie befremdlich ist". Adrien beobachtet, doch die Rätsel bleiben. Das, so der Rezensent, mache den Reiz des Romans aus: wie sich präzise Beobachtungen, "Leerstellen" und Mutmaßungen in einer Schwebe halten. "Wie durch eine Filmkamera wird hier erzählt", schreibt Zingg, "in zumeist stummen Bildern". Doch dann fallen leider "immer wieder Sätze und Kommentare, die dem Beobachteten eine Bedeutung unterlegen". Ab und zu werde auch "allzu gefühlig geschaudert". Liegt es an der Übersetzerin? Wohl nicht, vermutet der Rezensent, denn "die dichte, beklemmende Atmosphäre des Textes" habe sie gut übertragen.
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