Paola Lopez

Die Summe unserer Teile

Roman
Cover: Die Summe unserer Teile
Tropen Verlag, Stuttgart 2025
ISBN 9783608502725
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Die Großmutter flieht im Zweiten Weltkrieg aus Polen in den Libanon. Die Mutter verlässt den Libanon für ein Leben in Deutschland. Die Tochter muss für eine Zukunft zurück nach Polen. Über eine Zeitspanne von siebzig Jahren hinweg erzählt Paola Lopez die Familiengeschichte dreier Frauen, die sich ein freies Leben erkämpfen und eine Verbindung zueinander suchen.
Die Großmutter ist eine der ersten Chemikerinnen im Libanon. Die Mutter ist eine angesehene Medizinerin. Die Tochter ist Studentin der Informatik. Sie alle verbindet die Wissenschaft. Doch das Band zwischen den Generationen ist gerissen, Lucy spricht seit Jahren nicht mit ihrer Mutter. Bis plötzlich ein Klavier in ihre Wohnung geliefert wird. Der Steinway, auf dem Lucy als Kind spielen lernte. Sie hasst dieses Klavier. Es erinnert sie an alles, was sie hinter sich lassen wollte: den goldenen Käfig ihrer allzu behüteten Kindheit, die hohen Ansprüche ihrer Mutter und die fehlende Nähe. Als mit dem Klavier auch der polnische Geburtsname ihrer Großmutter auftaucht, setzt Lucy sich kurzentschlossen in den nächsten Zug nach Sopot, den einzigen Ort, den sie mit ihr verbindet. Sie muss die losen Fäden ihrer Familie zusammenführen, um ihre eigene Zukunft in die Hand zu nehmen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.04.2025

Für den Rezensenten Christoph Schröder geht diese Mehrgenerationen-Geschichte "zwischen Selbstbestimmung und Sprachlosigkeit" von Paola Lopez nicht immer ganz auf, ist aber dennoch spannend: Die 23-jährige Lucy lebt in einer Berliner WG, den Kontakt zu den Eltern hat sie abgebrochen, da schickt ihre Mutter ihr einen Konzertflügel vorbei und die Auseinandersetzung mit der Familie beginnt von vorne. Die Mutter Daria wurde in Beirut geboren und kam für das Medizinstudium nach München, die Großmutter wiederum ist vor den Nazis aus Polen nach Beirut geflohen. Schröder findet besonders die Dysfunktionalitäten zwischen Mutter und Großmutter interessant, während Lucy reichlich blass bleibt. Dennoch wird nachvollziehbar, wie transgenerationale Traumata das Erleben der Nachkommen prägten, erkennt der Kritiker. Zum Teil findet der Rezensent zwar sowohl die Sprache als auch die Handlung etwas überfrachtet, liest den Roman aber insgesamt trotzdem gerne.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.03.2025

"Angenehm unaufgeregt" findet Rezensentin Meike Feßmann den Debütroman der Merkur-Kolumnistin Paola Lopez: Im Berlin des Sommers 2014 lebt die Informatikstudentin Lucy in einer WG, als ihre Mutter, zu der sie ein schwieriges Verhältnis hat, ihr auf einmal einen Steinway-Flügel zuschickt. Für Feßmann ist es schwierig nachzuvollziehen, warum Lucy das als Affront empfindet, aber das zeigt eben auch, meint sie, "wie sich Innen-und Außensicht fundamental unterscheiden". In wechselnden Episoden erzähle der Roman nicht nur von der Studentin, sondern auch von ihrer Mutter Daria und besonders von ihrer Großmutter, die aus Polen vor den Nazis nach Beirut geflohen und Chemikerin war - Lucy mache sich auf den Weg nach Sopot bei Danzig, um ihrer Familiengeschichte auf die Spur zu kommen. Ein gelungener und zeitloser Roman über schwierige Mutter-Tochter-Verhältnisse, wie die Kritikerin resümiert.

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