Otto Bauer

Der Kampf um Wald und Weide

Studien zur österreichischen Agrargeschichte und Agrarpolitik
Cover: Der Kampf um Wald und Weide
Mandelbaum Verlag, Wien 2024
ISBN 9783991365143
Broschiert, 372 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einer Einleitung von Lisa Francesca Rail. Der Kampf um Wald und Weide ist eine Wirtschafts- und Sozialgeschichte des ländlichen Grundeigentums in Österreich. Geschrieben hat es Otto Bauer 1925 als Grundlage für ein sozialdemokratisches Agrarprogramm. Er schildert darin die Entwicklung des Zugangs zu Grund und Boden, die Geschichte der Allmenden und Gemeinschaftsgüter. Er fordert eine am Gemeinwohl orientierte Sozialisierung von Wäldern und Großbetrieben, die Erhaltung kleinbäuerlichen Eigentums und Wirtschaftens, sowie die Wiederbelebung, Ausweitung und Demokratisierung der Commons.100 Jahre später gibt es weiterhin umkämpfte Wälder und Weiden, die Welt steckt tief in Klima und Biodiversitätskrisen. Gegenentwürfe zu industrieller Landwirtschaft sind notwendiger denn je. Lisa Francesca Rail ordnet in ihrer Einführung Bauers Buch nicht nur in den Kontext seiner Erscheinungszeit und die damalige Agrardebatte ein, sondern sie fragt auch nach seiner Relevanz für ländliche Commons und Landwirtschafts- und Ernährungspolitik heute.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.11.2024

Rezensent Christian Schüle findet einige Gründe, warum man dieses ein ganzes Jahrhundert alte Buch des Austromarxisten Otto Bauer auch heute noch lesen soll. Es geht darin laut Schüle um eine Geschichte des österreichischen Waldes, der als ein Ort der politischen Kämpfe beschrieben wird. Vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert zeichnet Bauer, referiert Schüle, nach, wie der Wald, der ursprünglich Gemeinbesitz war, immer stärker von Fürsten und Grundherren beansprucht wurde, und wie in der Folge auf dem Rücken der Bauern der moderne Kapitalismus entstand. Bauer geht dabei unter anderem, lernen wir, auf die Rolle der Jagd nach Großwild ein, die Königssache war und damit das Recht des Volkes am Land systematisch untergrub. Bauer argumentiert durchweg empirisch, freut sich der Rezensent. Manches, gesteht er ein, liest sich arg pedantisch und trocken, zu lang ist das Buch außerdem, und doch ist es insgesamt erhellend. Die Argumentation ist klar und überzeugend, meint Schüle, selbst da, wo Bauer im Sinne der marxistischen Orthodoxie für Enteignung und Verstaatlichung des Waldes wirbt, und außerdem ist es schlicht wohltuend, wenn sich ein sozialistischer Denker für einmal nicht an schwülstigen Träumereien, sondern an etwas Handfestem wie der Forstwirtschaft abarbeitet.

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