In den Lesungen Oskar Maria Grafs schweben die Texte zwischen kraftvoller Vitalität und anrührender Zärtlichkeit. Egal, ob er sich an Begegnungen mit großen Schriftstellerkollegen erinnert, humorig den eigenen Dialekt verficht, aus seinen Kalendergeschichten liest oder zornig seine Ansprache "Verbrennt mich!" vorträgt - an Graf hört man sich nicht satt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2018
Hannes Hintermeier bedauert die Streichungen dieser Lesefassung von Oskar Maria Grafs 1927 erschienener Autobiografie. Derart gut gefällt ihm, wie der Schauspieler Jörg Hube den Text 1974 eingelesen hat, mit Sinn für bayrische Dialekte und Milieus. Den Weg des Autors vom Bauernhof in die Boheme, das Trudeln vom Sozialismus zum Anarchismus und schließlich den Weg in den Großen Krieg kann Hintermeier mit Hilfe Hubes hautnah miterleben. Dass Hube Grafs "grobschlächtigen" Sätzen mitunter allzu feinsinnig nachspürt, findet der Rezensent verzeihlich.
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