Ole Könnecke, Peter Stamm

Otto von Irgendwas

(Ab 8 Jahre)
Cover: Otto von Irgendwas
Atlantis Verlag, Zürich 2024
ISBN 9783715230160
Gebunden, 144 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Otto heißt richtig Otto von Irgendwas, weil seine Familie mal irgendwas gewesen war. Geblieben sind ihm nur das Schloss, in dem er lebt - und im Ballsaal die vielen Gemälde von all den Ottos vor ihm. Otto wächst allein auf. Er trägt Knickerbocker und ein Monokel, und Angestellte sorgen dafür, dass alles bleibt, wie es immer war, ganz nach Otto'scher Familientradition - bis sich doch etwas ändert. Eines Tages taucht die Enkelin des Schlossgärtners auf. Otto lernt Ina und bald auch ihre Freunde kennen. Zusammen erkunden sie die Welt außerhalb des Schlosses. Als Ottos Personal doch mal Urlaub machen will, entschließen sich Ottos neue Freunde, ihre Ferien im Schloss zu verbringen. Ohne Angestellte? Zuerst ist Otto ratlos. Aber die anderen Kinder durchstöbern die Räume und pirschen durch Geheimgänge und Bibliotheken. Am Ende der Ferien muss sich Otto entscheiden: Soll alles wieder so sein, wie früher? Oder ist Nichtwissen-was-kommt nicht auch ein Glück?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.12.2024

Das Buch ist für Kinder ab 8, aber Autor Peter Stamm erzählt nicht viel anders als für Erwachsene, was der Rezensent mit dem Kürzel ith. zu schätzen weiß. Die Geschichte selbst findet er leicht irritierend: Otto von Irgendwas ist ein Junge, der auf einem Schloss lebt, umgeben von Angestellten, doch ohne Eltern. Sein erster Kontakt zur Außenwelt ist Ina, in die er sich prompt verliebt. Irgendwie passiert nicht viel, oder sehr langsam, meint der Rezensent. Aber Ottos Leben ändert sich. Die Frage, ob er das auch will, ob er bis dahin unglücklich war, erschließt sich ith. nicht sofort. Macht nichts, meint der Kritiker, es passieren ulkige Dinge und die Zeichnungen sind auch sehr schön.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2024

Peter Stamm, den Rezensentin Elena Geus als nüchtern-distanzierten Autor kennt, hat ein Kinderbuch geschrieben, dessen "beruhigende Tiefe" dem Zielpublikum zwar wohl verborgen bleibt, mit seiner Geschichte aber dennoch berührt: Es geht um den achtjährigen Otto, der mutterseelenallein auf der Welt und in seinem großen Schloss lebt. Wobei, nicht ganz, einige Bedienstete umgeben ihn, aber an die Eltern hat er keinerlei Erinnerung mehr, so Geus, da trifft er auf drei weitere Kinder, die ähnlich verlassen sind und verbringt mit ihnen einen kindgerechten Sommer zwischen Geheimgängen und Schwimmausflügen im See. Am Ende dieser Zeit steht Otto vor der Frage, wie es für ihn weitergeht, und so verrät das Buch laut Kritikerin einiges über die Abwägungen zwischen Neuem und Altem - feinsinnig wie auch die Illustrationen von Ole Könnecke.

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