Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2026
ISBN
9783451074011 Gebunden, 288 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Die AfD wird immer stärker: von Wahl zu Wahl. Im Bundestag stellt sie die zweitstärkste Fraktion. Im Osten ist sie Volkspartei. Dieser Trend wird sich fortsetzen - auch im Westen: Das "Blaue Land" wird größer. Der ARD-Journalist Olaf Sundermeyer beobachtet den Aufstieg der AfD seit ihrer Gründung aus der Nähe. Er zeigt in seinem Buch, wie sich das Land dort, wo die AfD stark ist, verändert. Wie sie Jugendliche an sich bindet, Nähe erzeugt, eine eigene Wirklichkeit bildet. Im "Blauen Land" höhlt die AfD die Brandmauer zu anderen Parteien aus und verkehrt die gesellschaftlichen Verhältnisse. Wie ist die AfD aufzuhalten? Die Empörungskultur, in der sich viele Demokraten eingerichtet haben, hat sie nicht aufgehalten. Deutschland muss einen neuen Umgang mit der AfD finden. Sonst schafft sie die Demokratie ab. Wehrhaft aber ist die Demokratie nur, wenn die Demokraten es sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.08.2026
Rezensentin Tatjana Coerschulte hat hier ein wichtiges Buch über den Aufstieg der AfD vor sich: Autor Olaf Sundermeyer ist Journalist und intimer Kenner der Partei, unter anderem hat er einen gleichnamigen ARD-Film über die AfD gedreht, über den das Buch jedoch weit hinaus weist. Sundermeyer beschreibt erst die Anfänge der AfD als Partei, die sich in einer Art permanentem Wahlkampf vor Ort festgesetzt hat, vor allem im Osten, wo sie auf Dorfplätzen und in Kneipen präsent ist und Aufregerthemen aus der Bevölkerung aufgreift. Anschließend beschreibt er die gleichzeitige Professionalisierung und Radikalisierung einer Partei, die sich als Gesinnungsbewegung versteht und alles dem Ziel der Machtübernahme und dem erhofften folgenden Umbau von Staat und Gesellschaft unterordnet. Abschließend geht der Autor auf die Frage ein, was die AfD stoppen kann. Seiner Meinung nach: die Brandmauer und eine konsequente inhaltliche Auseinandersetzung mit ihrer Politik. Coerschulte ist nicht mit allen Aspekten des Buches einverstanden - anders als Sundermeyer hält sie Merkels Migrationspolitik nicht für gescheitert. Doch sie ist enorm beeindruckt davon, wie nah der nahe Berlin in einem AfD-dominierenden Ort wohnende Autor an seinem Gegenstand dran ist und wie er immer wieder mit "Informationen aus erster Hand" aufwarten kann. Viel lernt man hier, so das klar positive Fazit, über die aktuelle Lage in Deutschland.
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