Aus dem Englischen von Birthe Mülhoff. Dass Science Fiction von Wissenschaft und Technologie erzählt, ist ein gängiges Missverständnis. Tut sie zwar mitunter, aber eigentlich geht es um den Abstand zwischen dem, wie die Welt ist, und dem, was möglich wäre. Um menschliche Schwächen, den Irrsinn unserer Gesellschaft, um den Begriff des Lebens. Manche Geschichten könnten genauso gut Social Fiction heißen. Werden künstliche Intelligenzen eines Tages das Wahlrecht beantragen? Wie nimmt man mit Aliens Kontakt auf, ohne sie zu beleidigen?
Die Micro SF-Geschichten von O. Westin bestehen nur aus wenigen Sätzen; Birthe Mühlhoff hat aus über 1.000 Geschichten mehr als 350 ausgewählt und ins Deutsche übersetzt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.07.2019
Rezensent Marten Hahn ist dem Verlag Mikrotext äußerst dankbar. Schließlich sorgen Veröffentlichungen wie die der Tweets des britischen IT-Spezis O. Westin dafür, das der Rezensent nicht beim Lesen der 280 Zeichen-Sci-Fi-und-Fantasygeschichten unversehens bei Katzenvideos landet. Puh. Wie der Autor Gedanken zu Robotern und fliegenden Autos maximal verdichtet, findet er aber auch so lesenswert - er spricht gar von kleinen Diamanten -, auch wenn die Übersetzungen, wie die zeitgleich erscheinende Originalausgabe laut Hahn ersichtlich macht, nicht immer ins Schwarze trifft. Hier ein kleiner Westinscher Diamant: "Sie gab ein Vermögen für eine Zeitreise aus, um ihren Lieblingskünstler
zu treffen. Er bat darum, ein Porträt von ihr malen zu können. Sie saß
da, war nervös, bis ihr ein Licht aufging. Sie lächelte.
Geheimnisvoll."
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