Eine Musikjournalistin lernt mit 43 Jahren einen Mann kennen, per E-Mail. Beide wissen, dass es Liebe ist, bevor sie sich zum ersten Mal sehen. Nach einem unfassbar glücklichen Jahr stirbt er in ihren Armen. Um nicht verrückt zu werden, beginnt sie über ihre gemeinsame Geschichte zu schreiben und darüber, wie sie das erste Jahr nach seinem Tod überlebte. Was Liebe wirklich bedeutet, warum Sex keine Nebensache ist, welche Freundschaften guttun und wie sich die eine oder andere zusätzliche Verletzung in all dem Chaos, das ein solcher Verlust mit sich bringt, vermeiden lässt - darum geht es hier. Und um Dankbarkeit und Verbundenheit. Gegen die Liebe hat der Tod nämlich gar keine Chance.
Sehr beeindruckt ist Rezensentin Michaela Maria Müller davon, wie Birgit Fuß in ihrem Buch eine persönliche Geschichte von Liebe und Verlust aufarbeitet. Die Autorin, lernen wir, schreibt darin über einen Mann, den sie zunächst nur über ihre Arbeit als Redakteurin beim Rolling Stone kannte. Er veröffentlichte in der Zeitschrift Texte, fährt die Zusammenfassung fort, die sie bearbeitete, und darüber kamen sie sich bald näher. Tatsächlich beendete die Erzählerin, so Müller weiter, irgendwann gar ihre unglückliche Ehe - allerdings erkrankte der Mann kurz nach dieser Entscheidung schwer und verstarb. Fuß' Buch ist laut Müller der Trauerarbeit gewidmet, die, wie sich zeigt, zwar dauerhaft schmerzt, aber auch Trost spenden und gar neue Türen im Leben öffnen kann. So schwierig das Thema Tod für die Literatur auch ist, meint die Rezensentin zum Schluss, dieses Buch zeigt, wie ergiebig ein solches Schreiben sein kann.
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