Herausgegeben und übersetzt von Michael Schröter, bearbeitet von Johan Heilbron. In dieser Neuausgabe, die um die 70seitige Einleitung zur englischen Ausgabe von 1987 erweitert ist, geht es Norbert Elias um die Diagnose und Überwindung der grundlegenden Schwierigkeiten, die wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Soziologie oder der Menschenwissenschaften bisher entscheidend behindern: des eigenen emotionalen Anteils der Forscher an ihren Untersuchungsgegenständen, der sich auf ihre Modelle auswirkt, und der Dominanz der Naturwissenschaften bei der Frage dessen, was als Wissenschaft gelten soll. Deshalb entwickelt Elias ein Modell der Gegenstandstypen verschiedener Wissenschaften. Das natürlich-soziale Universum baut sich auf aus verschiedenen Integrationsebenen, auf denen jeweils zusammensetzende Einheiten lockerer oder fester und dann auf mehr und mehr Ebenen zu einer zusammengesetzten Einheit aneinandergebunden sind.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 11.12.2003
Noch immer ist Norbert Elias berühmt für ein Buch, das - so jedenfalls Thomas Meyer - nicht sein stringentestes ist: den "Prozess der Zivilisation". Wichtiger, systematischer, auch von Elias selbst höher eingeschätzt war freilich seine Arbeit an der von ihm so genannten "Zentraltheorie". In deren Kontext gehören die in diesem Band veröffentlichten Aufsätze, die sich um die Frage nach der Haltung des Forschers drehen. Soll er dem Gegenstand mit Engagement begegnen oder mit Distanz? Die Antwort fällt harmonisierend aus: Er soll einen Standpunkt finden, der beides verbindet. Dies der Kernpunkt von Elias' "Wissenssoziologie". So wichtig er die Texte selbst findet, so verbesserungswürdig scheint dem Rezensenten diese Ausgabe. Nicht nur sei der Auflage von 1983 kaum etwas hinzugefügt - es ist sogar so, dass sich Seitenangaben im Nachwort und im Buch just auf diese, nun überholte Ausgabe beziehen. Da hat der genannte Bearbeiter John Heilbron offenkundig geschlampt.
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