Nikolaus Heidelbach

Königin Gisela

Ab 5 Jahren
Cover: Königin Gisela
Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2006
ISBN 9783407799067
Gebunden, 32 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Stell dir ein kleines Mädchen vor, das hieß Gisela. Sie wollte eine Weltreise mache, ohne Eltern. Nur kam sie nicht so weit, wie sie dachte, sondern noch viel weiter ... Einmal ist Papa mit seiner Tochter in den Ferien allein ans Meer gefahren. Vor dem Schlafen hat er ihr eine Woche lang die Geschichte von Königin Gisela erzählt: Wie Gisela, nachdem ihr Schiff kenterte, auf einer einsamen Insel strandet, auf der sie von acht Erdmännchen empfangen und sehr zuvorkommend behandelt wird. Von Volker, Helmut, Golo, Thorsten, Dieter, Rolf, Ottmar und dem Franzosen Charles, wie Gisela sie nennt. Es ist ihnen eine Ehre, Gisela das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Doch wenn man Untertanen hat, dann ist es an der Zeit, daraus Konsequenzen zu ziehen: Hört mal, Herrschaften, ist euch schon aufgefallen, dass ihr alles tut, was ich sage? Meint ihr nicht auch, wir könnten das Kind beim Namen nennen? Ich dachte an Königin, Königin Gisela! Anrede: Majestät. Doch Gisela übertreibt, und es wird Zeit, dass die Erdmännchen ihren unliebsamen Gast wieder loswerden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.11.2006

Rezensentin Katharina Granzin wird ganz schwelgerisch zumute angesichts von Nikolaus Heidelbachs Bilderbuch über ein Mädchen, das allein auf eine einsame Insel verschlagen wird. Dort richtet es sich rasch ein, führt ein paradiesisches Leben und lässt sich von einer Kolonie Erdmännchen bedienen. Der Frieden auf der Insel gerät jedoch in Gefahr, als das Mädchen sich zur Königin krönen und mit einem Bikini aus Erdmännchenfell einkleiden lassen will. "Sehr spannend" findet die Rezensentin diese Geschichte und verrät nicht, wie sie ausgeht - obwohl die Spannung dank des Detailreichtums der Erzählung und der "wundersam schönen Bilder" auch bei wiederholtem Lesen erhalten bleibe. Dieses Buch "ersetzt jede Fernreise", resümiert die Rezensentin begeistert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.11.2006

In Hochstimmung wurde Rezensent Hans Ten Doornkaat von diesem Bilderbuch versetzt, das aus seiner Sicht das bislang Beste dieses "mehrfach ausgezeichneten" Künstlers ist, und dessen jugendliche Heldin Gisela ihn als süss-fiese Kind-Despotin das Fürchten lehrte. Nikolaus Heidelbachs doppelbödige Erzählkunst feiert der Rezensent ebenso wie die nuancierte und luzide Malkunst, mit der er ihn in dieser Geschichte über die Abgründigkeit kindlicher Machtgelüste und Wunschfantasien ebenso unterhalten wie zu irritieren verstand. Nicht nur Heidelbachs zeichnerisches Gespür für Details und Hintergründigkeiten, auch seine komplexe Erzähldramaturgie versetzen den Rezensenten in eine Art Dauereuphorie.