Frantz Wittkamps "Findlinge" stehen in der Tradition von Nonsens und Aphorismen: wundersame Lebensweisheiten über Menschen, Tiere und andere seltsame Wesen - gereimt, von großer Heiterkeit, zuweilen auch etwas traurig. Wie spielerisch-hintersinnig sie bisweilen sind, lässt sich aber erst Dank der Bilder von Axel Scheffler erahnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2016
Rezensentin Lena Bopp ist ein wenig ratlos. Was Frantz Wittkamp und sein kongenialer Zeichner Axel Scheffler in den 90er Jahren an illustrierten Vierzeilern, "Findlingen", wie Bopp erläutert, auf Postern erschaffen haben, war für die Rezensentin nahezu perfekt. In seiner Lakonik und Doppelbödigkeit für Klein und Groß eine raffinierte Unterhaltung. Umso weniger begreift sie, warum die beiden Autoren die schöne Widersprüchlichkeit für diese Sammlung von Findlingen so doof geglättet haben, indem sie den darauf zu sehenden Tiergesichtern eindeutige Mienen verpassten. Manche Dinge muss man gar nicht ändern, findet Bopp, auch wenn sie schon älter sind.
Ganz beschwingt bespricht Benedikt Erenz das Kinderbuch "In die Wälder gegangen, einen Löwen gefangen", so gut haben ihm die Verse Frantz Wittkamps und die Illustrationen Axel Schefflers gefallen. "Auf der Erde neben mir / sitzt das große schwarze Tier. /Manchmal leckt es meine Wange, / denn wir kennen uns schon lange.", zitiert Erenz und fühlt sich an Ringelnatz und andere erinnert. Und Schefflers Bilder bereichen, ergänzen und verlängern Wittkamps freche Gedichte ganz großartig, freut sich der Rezensent.
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