Niklas Franzen

Brasilien über alles

Bolsonaro und die rechte Revolte
Cover: Brasilien über alles
Assoziation A Verlag, Berlin - Hamburg 2022
ISBN 9783862414925
Kartoniert, 240 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

"Brasilien über alles, Gott über allen", lautete die Wahlkampfparole von Jair Bolsonaro. Sein fulminanter Aufstieg hat Brasilien verändert. Immer mehr Bagger rollen durch den Amazonas-Regenwald, in den Armenvierteln stirbt eine ganze Generation im Kugelhagel, Oppositionelle setzen sich aus Angst ins Ausland ab. Eine unheilige Allianz aus christlichen Fundamentalist*innen, Neoliberalen und Militärs versucht, Brasilien nach ganz rechts zu drehen. Eine "konservative Revolution" hat das Land erfasst. Der ultrarechte Präsident inszeniert sich als Anti-Politiker, der mit den überkommenen Regeln des etablierten Systems bricht. Bolsonaro versteht es, die Klaviatur der sozialen Medien perfekt zu bedienen, und wird von seinen Anhängern wie ein Gott verehrt. Er verkörpert eine neue Art des Rechtsautoritarismus, die keine Panzer auf den Straßen braucht. Sie erkennt die demokratischen Spielregeln formell an, um die Demokratie von innen auszuhöhlen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.09.2022

Rezensent Paul Welch Guerra bekommt in Niklas Franzens "Brasilien über Alles" einen Ein- und Ausblick auf den Machtaufstieg des brasilianischen Präsidenten. Der deutsche Journalist zieht vier Jahre nach der Wahl des rechtsradikalen Politikers Bilanz und sammelt seine Ergebnisse in acht kenntnisreichen, kritischen und übersichtlichen Kapiteln, erklärt Welch Guerra. Franzen erzählt multi-lokal, kommt mit den verschiedensten Menschen ins Gespräch, zum Beispiel mit einem evangelikaler Pastor, mit Oppositionellen, PolitikerInnen der brasilianischen Rechten und sogar Bolsonaro selbst. Der Rezensent kann dem Journalisten dadurch auch verzeihen, dass er auf Quellenangaben verzichtet und kontextuell stellenweise unvermittelt springt, denn alles Besprochene werde historisch eingeordnet und kontextualisiert.

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